Österreichs Fußball-Nationalteam erhält am Sonntag (17.30 Uhr/ORF 1) in Wien gegen die Slowakei die letzte Chance, vor der EM noch einmal Selbstvertrauen zu tanken. Die ÖFB-Auswahl hat von ihren vergangenen fünf Länderspielen nur eines gewonnen. Die Leistung bei der jüngsten 0:1-Niederlage am Mittwoch im Test in England lässt Teamchef Franco Foda aber positiv in die Zukunft blicken.

"Die Mannschaft hat gegen England über weite Strecken sehr ambitioniert gespielt. Ich erwarte mir, dass wir mit genauso viel Elan gegen die Slowakei nach vorne spielen, aber auch unsere Chancen nutzen", sagte Foda. "Wir müssen auch im Spiel gegen den Ball noch geschlossener agieren. Gegen England waren schon Dinge dabei, die mir gefallen haben. Aber natürlich gibt es immer noch Verbesserungsbedarf." Genau eine Woche nach der Generalprobe steigt am 13. Juni in Bukarest das EM-Auftaktspiel gegen Nordmazedonien. Auf große Experimente wird sich der Teamchef daher nicht mehr einlassen. Einzelne Stars wie etwa David Alaba könnten im Hinblick auf das Turnier aber eine Pause erhalten. "Vielleicht werde ich noch einmal die eine oder andere Position verändern", sagte Foda, der auf die folgenden drei EM-Spiele innerhalb kurzer Zeit verwies. "Ich weiß, dass einige Spieler in dieser Saison hohe Belastungen hatten. Dementsprechend gilt es, die Spielzeit etwas aufzuteilen."

Schlager wieder im Tor?

Seinen Stamm scheint der Deutsche weitgehend gefunden zu haben. Offen ist weiter die Torhüter-Frage. Nachdem in England Daniel Bachmann debütiert hatte, könnte gegen die Slowaken der im März zum Auftakt der WM-Qualifikation eingesetzte Alexander Schlager eine weitere Chance erhalten. Foda wollte den Tormännern seine Entscheidung für das Slowakei-Spiel am Freitag oder Samstag mitteilen. Obwohl die ÖFB-Bilanz in diesem Jahr erst einen Sieg gegen die Färöer (3:1) auswirft, will Foda das Resultat des letzten EM-Tests nicht überbewerten. "Das Wichtigste ist, wie sich die Mannschaft präsentiert. Wir haben gegen England nicht gewonnen, trotzdem gab es viele positive Erkenntnisse", meinte der 55-Jährige. "Ich glaube nicht, dass das Ergebnis gegen die Slowakei eine Relevanz für das Spiel gegen Nordmazedonien hat, aber klar ist jeder Sieg wichtig."

Foda warnte vor den Slowaken, die sich in Windischgarsten auf ihre zweite EM-Teilnahme vorbereitet haben. Der angeschlagene Kapitän Marek Hamsik wähnt sich selbst noch nicht bei 100 Prozent, könnte daher auf der Bank beginnen. Die slowakische Legionärs-Auswahl agiere in der Defensive kompakt und sei stark im Umschaltspiel. "So eine Mannschaft kannst du nur bespielen, indem du das Tempo hochhältst und über die Flügel kommst."

Zwei Tage nach dem Spiel erfolgt für das ÖFB-Team die gemeinsame Anreise ins EM-Quartier nach Seefeld. Was die Spieler in der Zeit dazwischen trotz Corona-Regeln genau dürfen, will Foda noch "in Ruhe" intern besprechen. "Vielleicht gibt es die Möglichkeit, dass man die Familie besuchen kann." Endgültig geklärt ist das aber noch nicht.

Offizielle Verabschiedung

Am Freitag wurde das Team auch offiziell von den Spitzen der Republik im Inneren Burghof verabschiedet. Bundespräsident Alexander Van der Bellen hoffte, dass es diesmal das ÖFB-Team ist, das "die Hoffnungen und Träume der Fans nicht nur erfüllt, sondern sogar darüber hinausschießt". Bundeskanzler Sebastian Kurz ergänzte, dass das vergangene Jahr für viele von Verzicht geprägt gewesen sei - auch im Profisport. "Umso erfreulicher ist es, dass mit der Europameisterschaft jetzt ein Schritt Richtung Normalität erfolgt."