Der Countdown für das erste EM-Spiel der österreichischen Nationalmannschaft am Sonntag gegen Nordmazedonien (18 Uhr) läuft. Nach der Ankunft am Dienstag im Basisquartier in Seefeld absolvierte die ÖFB-Auswahl am Mittwochvormittag das erste Training in Tirol, am Samstag hebt bereits der Flieger Richtung Bukarest ab. Die Vorfreude unter den Spielern auf den Auftakt steigt, wie Konrad Laimer vor der Einheit betonte. "Mit der Anreise hierher merkt man schon, dass jetzt die entscheidende Phase kommt."

Die Zeit zwischen dem Slowakei-Match am Sonntagabend und dem Beginn der Anreise Dienstagmittag konnten die Kicker noch einmal dazu nützen, um ihre Familien zu besuchen. "Das hat sehr gutgetan, ich habe noch einige schöne Stunden verbracht", erzählte Laimer. "Jetzt sind wir hochmotiviert und bereit, loszulegen." Großes Ziel ist der Einzug in die K.o.-Phase, daher wäre ein Sieg über Nordmazedonien von großer Bedeutung. "Wir haben riesige Qualität in der Mannschaft, da ist es natürlich unser Anspruch, die Gruppe zu überstehen", erklärte Laimer.

Mit den Nordmazedoniern machte man bisher gute Erfahrungen - beide Duelle in der vergangenen EM-Qualifikation wurden gewonnen. "Dass wir schon zweimal gegen sie gespielt haben, macht es um einiges einfacher, weil wir den Gegner schon kennen", sagte der Leipzig-Profi. Ob Laimer am Sonntag der Startformation angehört, ist noch offen. Beim 0:1 vor einer Woche in England war der Zentrumsspieler eine Stunde lang im Einsatz, beim 0:0 gegen die Slowakei in der zweiten Hälfte. "Ein gewisser Konkurrenzkampf ist kein Nachteil. Da wird jeder Einzelne noch einmal besser, weil er weiß, wenn er nicht die maximale Leistung bringt, wartet schon ein anderer, der genauso gute Qualitäten hat. Dass wir so einen breiten Kader haben, macht unsere Mannschaft so gut", meinte der 24-Jährige.

In den jüngsten Freundschaftspartien konnte das ÖFB-Team diese Stärke nicht wirklich unter Beweis stellen, was Laimer aber kein großes Kopfzerbrechen bereitet. "Da haben wir noch etwas probiert. Testspiele sind dazu da, um sich zu finden. Jetzt gilt es zu analysieren, die Erkenntnisse mit in die Trainingswoche zu nehmen, sich noch einmal zu verbessern und dann am Sonntag die bestmögliche Leistung zu bringen. Dann zählt’s, dann geht’s um Punkte."

Auch Valentino Lazaro präsentierte sich voller Tatendrang. "Hier ist alles sehr gut organisiert, wir können uns perfekt vorbereiten. Der volle Fokus ist da, alles ist angerichtet, jetzt liegt es an uns", meinte der 25-jährige Flügelspieler. Lazaro verbrachte die freie Zeit in seiner steirischen Heimat. "Das war für den Kopf sehr wichtig." Wichtig wird auch sein, dass der Regenerationstag keine positiven Corona-Tests zur Folge hat - die jüngsten Entwicklungen bei den Spaniern und Schweden dienen als warnendes Beispiel. Laimer zeigte sich jedoch gelassen. "Das hat man schon davor gewusst, dass wahrscheinlich nicht alles ganz gut über die Bühne gehen wird und es den einen oder anderen Fall geben wird. Wichtig ist, dass jeder Einzelne die volle Verantwortung für sich selbst übernimmt und sich so gut wie möglich schützt. Das haben wir bisher alle super gemacht, und das gilt es weiter zu machen."

Bisher gab es in keinem einzigen Lehrgang des Nationalteams eine nachgewiesene Corona-Infektion. Sämtliche Spieler und Betreuer unterzogen sich am Dienstag vor der Abreise nach Tirol jeweils einem PCR- und einem Antigentest, alle Proben fielen negativ aus. Am Donnerstag steht ein weiterer Antigentest an.