Italien hat die um ein Jahr verschobene paneuropäische Fußball-EM-Endrunde mit einem Favoritensieg eröffnet. Die Truppe von Teamchef Roberto Mancini setzte sich am Freitagabend in der Auftaktpartie im Römer Olympiastadion gegen die Türkei mit 3:0 (0:0) durch. Nach einem Eigentor von Merih Demiral (53.) trafen noch Ciro Immobile (66.) und Lorenzo Insigne (79.). Am Samstag (15.00 Uhr) steigen mit Wales und der Schweiz die anderen Gruppe-A-Teams in Baku ins Geschehen ein.

Nach der stimmungsvollen Eröffnungsfeier waren die mit der selben Startformation wie zuletzt beim 4:0 im Test gegen Tschechien angetretenen Italiener vor 16.000 Zuschauern im Stadio Olimpico klar spielbestimmend. Sie hatten allerdings vor der Pause Mühe, die Türken, die die Räume eng machten, spielerisch zu überwinden. Die Ausnahme war ein Abschluss von Insigne nach schönem Doppelpass mit Domenico Berardi, der statt im Kreuzeck neben dem Tor landete (18.). Sonst ging Gefahr meist durch Schüsse oder von Standardsituationen aus. Einen Chiellini-Kopfball drehte Ugurcan Cakir über die Latte (22.). Der Schlussmann der Türken war auch bei Schüssen von Insigne (37.) und Berardi (43.) auf dem Posten.

Eine Minute später hatten die Türken Glück, dass ein durchaus umstrittenes Handspiel von Zeki Celik im Strafraum vom Schiedsrichterteam plus Video Assistant Referee ungeahndet blieb. Von Stürmer-Routinier Burak Yilmaz und Co. war offensiv gar nichts zu sehen. Das änderte sich auch in der zweiten Hälfte nicht. Auf der anderen Seite zappelte dafür der Ball schnell im Netz. Demiral warf sich in eine Berardi-Hereingabe und beförderte den Ball dabei mit dem Bauch unglücklich ins eigene Netz. Hinter ihm hatte Immobile gelauert.

Siegesserie

Den zweiten Gegentreffer verhinderte zunächst Cakir bei einem Locatelli-Schuss (58.). Auch bei einem Abschluss des starken und sehr offensiv ausgerichteten Außenverteidigers Leonardo Spinazzola konnte sich der 25-jährige Trabzonspor-Goalie auszeichnen, war dann aber gegen den Abstauber von Immobile machtlos. Beim dritten Gegentreffer traf Cakir eine Mitschuld, wurde dieser doch durch einen Fehlpass beim Herausspielen eingeleitet. Die Italiener kombinierten schnell in den Strafraum, wo Insigne überlegt ins Eck einschoss.

Die "Squadra Azzurra" setzte mehrere Serien fort. Sie ist mittlerweile 28 Partien unbesiegt und blieb im neunten Länderspiel in Folge ohne Gegentor. Gegen die Türken blieben die Hausherren zum elften Mal en suite ungeschlagen, dabei schaute Sieg Nummer acht heraus. Nächste Hürde für den Europameister von 1968 ist am Mittwoch wieder in Rom die Schweiz. Die Türken müssen nach Baku reisen, um am selben Tag gegen Wales anzutreten.