Dänemark steht ein emotionaler Fußball-Abend bevor. Fünf Tage nach dem Zusammenbruch ihres besten Spielers Christian Eriksen tritt die dänische Nationalmannschaft im EM-Spiel gegen Belgien am Donnerstag (18 Uhr) zum ersten Mal wieder am Ort dieses Dramas an. Mit dieser Mannschaft fühlt nach all den Szenen der Verzweiflung, des Zusammenhalts und der gegenseitigen Unterstützung am vergangenen Samstag ein ganzes Land mit.

Und sie wird in Kopenhagen ein Stadion betreten, in das ausgerechnet zu dieser Partie wieder 25.000 statt der zu Turnierbeginn noch geplanten 15.900 Zuschauer hereingelassen werden. "Ich weiß, dass Dänemark in allen schwierigen Situationen zusammenhält", sagte Stürmer Martin Braithwaite. "Und ich habe keine Zweifel, dass es am Donnerstag etwas Besonderes wird. Es wird eine wahnsinnige Unterstützung geben, sie wird uns Spielern helfen."

Der Angreifer des FC Barcelona hatte Tränen in den Augen, als er Sätze wie diese im EM-Quartier des dänischen Teams in Helsingör sagte. Das zeigt genau den "emotionalen Kampf", von dem auch sein Trainer Kasper Hjulmand sprach: Auf der einen Seite noch immer die Bilder von Eriksens Wiederbelebung verarbeiten zu müssen. Und auf der anderen Seite ein wichtiges EM-Spiel zu bestreiten, bei dem es nicht nur um so etwas wie die Rückkehr in ein normales Fußballer-Leben geht, sondern auch noch um die Chancen, nicht schon frühzeitig bei diesem Turnier auszuscheiden.

Dass sich Eriksen mittlerweile mit einem Lächeln aus dem Krankenhaus gemeldet und sich quasi zum ersten Fan seines Teams erklärt hat, hilft den Dänen ungemein. "Christian ist hier, und es hätte auch viel schlimmer enden können", sagte Torwart Kasper Schmeichel. "Wir wollen am Donnerstag rausgehen und etwas Außergewöhnliches für Christian leisten."

Russen schlagen Finnen

Den Dänen spielte auch das Gruppe-B-Ergebnis vom Mittwoch in die Hände: In einer mitunter überhart geführten Partie gewannen die Russen gegen Finnland mit 1:0 (Goldtorschütze Alexej Mirantschuk in der Nachspielzeit der ersten Hälfte). Damit können die Dänen (nach dem 0:1 gegen Finnland) wieder aus eigener Kraft den Aufstieg schaffen.