Das österreichische Fußball-Nationalteam ist am frühen Sonntagnachmittag bei seiner Rückkehr aus London vom Aus im EM-Achtelfinale gegen Italien (1:2 n.V.) auf dem Flughafen Innsbruck von Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler (Grüne) und mehr als 100 Fans begrüßt worden. Kogler zeigte sich in seiner Rede an die Kicker auf dem Rollfeld "schwer beeindruckt" von deren Leistung. Beim Ausstieg aus dem Flugzeug gratulierte er allen Akteuren persönlich per Faustgruß.

Der Charter aus London war kurz vor 13.30 Uhr gelandet. Die Spieler ließen sich von den anwesenden Schaulustigen feiern, ehe sie nach den kurzen Reden in den Bus nach Seefeld stiegen, um im EM-Quartier ihre Sachen zu packen und sich in den Urlaub zu verabschieden. Kogler bat sie, positiv in die Zukunft zu blicken. "Ich nehme an, die Enttäuschung ist da, aber viele in Österreich haben das Gefühl, da wächst etwas zusammen, da wird was."

Das Viertelfinale nächsten Freitag in München sei sich nicht ausgegangen. "Aber 2024 (EM in Deutschland) geht sich sicher aus - und vorher wahrscheinlich auch noch die Weltmeisterschaft", gab sich der Minister, der in Begleitung von Innsbrucks Bürgermeister und Parteifreund Georg Willi erschienen war, zuversichtlich. Man habe Italien, den 31 Partien ungeschlagenen Favoriten, an den Rand des Aus gebracht. "Das ist schon auch Fußball-Geschichte aus österreichischer Perspektive."

Kogler selbst hatte das Achtelfinale am Vorabend nach der Landesversammlung der Grünen in Vorarlberg beim Public Viewing in Dornbirn verfolgt. "Es hat mich an die großen Momente des österreichischen Fußballs erinnert, da gehört ihr jetzt auch dazu", sagte der Steirer in Richtung der Spieler. Es sei ihm ein Anliegen gewesen, dem Team persönlich Glückwünsche zu überbringen, "weil wir in Österreich jetzt einen Stimmungsdreh haben, der beeindruckend ist. Ich schaue schon länger Fußball, aber diese Momente sind eher selten."

Italien sei einer der besten Gegner bei dieser EM gewesen. "Von der Statistik her der schwierigste", betonte Kogler gegenüber Journalisten. "Wir haben das Finale jetzt nicht erreicht, das ist klar, auch nicht das Viertelfinale in München - aber die nächste EURO ist 2024, da sollten wir dabei sein. Das ist, glaube ich, nur aufgeschoben." Auch für Teamchef Franco Foda gab es Lob vom Sportminister: "Der Trainer hat gezeigt, trotz aller Kritik, die er schon erfahren hat, dass er das in diese Richtung treiben kann und drehen." Foda habe auch während des Spiels noch einmal die Taktik verbessert. "Das war beeindruckend."

ÖFB-Präsident Windtner bedankte sich für die anerkennen Worte - und betonte, dass das Team den Menschen in Österreich in den vergangenen Tagen, speziell aber am Samstag gegen Italien, etwas vermittelt habe, "das nicht mit Materiellem aufzuwiegen" sei. "Selbstbewusstsein, Begeisterung, Selbstwertgefühl, ja Idealismus", nannte der Oberösterreicher. "Ich glaube, unser Nationalteam hat Eigenschaften gezeigt, die früher oft als nicht-österreichisch bezeichnet wurden." (apa)