Es ist ein netter PR-Gag mit freilich für viele ernstem Hintergrund: Denn während sich die Verhandlungen Lionel Messis mit dem FC Barcelona über einen neuen Vertrag verzögern - der alte war mit Mittwoch Mitternacht ausgelaufen -, haben schon zahlreiche andere Klubs Interesse an einer Verpflichtung des argentinischen Superstars angemeldet: Von Paris Saint-Germain bis zu Messis Kindheitsverein aus Rosario. Doch auch ein Name ist darunter, der Freunden des Spitzenfußballs nicht unbedingt geläufig ist: der brasilianische Klub Ibis Sport Club, der sich selbst stolz als "schlechtestes Team der Welt" bezeichnet.

"Assina, MESSI" (Unterschreib', MESSI), schrieb der Verein aus der Stadt Paulista im brasilianischen Bundesstaat Pernambuco unweit von Recife auf Twitter, wo er fast 300.000 Anhänger hat.

Drei Jahre und elf Monate hatte der Ibis Sport Club in den Niederungen des brasilianischen Fußballs zu Beginn der 1980er-Jahre nicht gewonnen, was ihm einen Eintrag im Guinness Buch der Rekorde, einen gewissen Ruhm und zuletzt einen Vertrag mit einem Wettanbieter einbrachte.

Nun will der Verein den Umstand nutzen, dass Messi nach dem Auslaufen seines Kontraktes beim FC Barcelona vertragslos ist. Das Vertragsangebot über 15 Jahre liest sich entsprechend dem Ruf der Mannschaft  kurios: Demnach darf der Ausnahmekönner nicht die Nummer zehn tragen, weil sie nach dem außerordentlich erfolglosen Mauro Shampoo nicht mehr vergeben wird. Er darf keine Tore schießen, nicht Meister werden - und der Argentinier muss dreimal vor dem Spiegel schwören, dass Pelé besser ist als Maradona. Wer würde da schon Nein sagen?

Laporta um Beschwichtigung bemüht

Während es freilich eher unwahrscheinlich ist, dass Messi der Verlockung nicht widersteht, ist ein Verbleib in Barcelona trotz allem nicht unmöglich. Präsident Joan Laporta jedenfalls war nach Auslaufen des jetzigen Kontrakts um Beschwichtigung bemüht.

"Es läuft gut, er will bleiben, und wir unternehmen alle Anstrengungen, um dies sicherzustellen. Aber wir müssen es mit dem finanziellen Fairplay der Liga in Einklang bringen", sagte Laporta am Donnerstag dem spanischen Radiosender Onda Cero. "Es gibt viele Optionen, und wir überlegen, welche die beste für beide Seiten ist. Aber wir wollen, dass er bleibt und er auch. Wir wollen ihm die wettbewerbsfähigste Mannschaft geben." Diese hatte Messi in den vergangenen Jahren oft vermisst.

La Liga führte 2013 Finanzkontrollmaßnahmen ein. Demzufolge gibt es für jeden Verein einen Höchstbetrag, den ein Klub für seinen Kader und seinen Trainerstab ausgeben kann. Der Betrag ist abhängig von den Vereinseinnahmen. Barcelona hatte laut einer Deloitte-Studie zuletzt die höchsten Einnahmen im Weltfußball, obwohl sie im vergangenen Jahr aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie um 125 Millionen Euro gesunken sind. Allerdings plagen den Verein massive Schulden, sogar eine Insolvenz stand im Raum.

Langfristiger Vertrag?

Zu Beginn der Saison 2019/20 wurde dem Großklub von der Liga ein maximales Budget von 1,47 Milliarden Euro zugewiesen, das in der letzten Saison auf 733 Millionen geschrumpft ist und nach einer ganzen Saison ohne Ticketverkauf und einem gedrückten Transfermarkt voraussichtlich noch weiter sinken wird. Wenn Barcelona einen neuen Vertrag für Messi auf die Beine stellen will, wird der Verein anderswo Lohnkosten senken müssen.

Laut Medien soll dennoch ein langfristiger Vertrag im Raum stehen. Laut "Marca" soll Messi für zwei weitere Jahre im Camp Nou verlängern, für 50 Millionen Euro brutto. Dann soll er weitere zehn Jahre als Klub-Botschafter fungieren. Zudem könnte er dann seine Karriere, wenn er denn will, im Ausland ausklingen lassen. Der Ibis Sport Club wäre wohl auch dann noch interessiert. (apa/dpa/reuters/art)