Während Europas Fußballfans im Bann der EM stehen, trifft im Halbfinale der Copa America kommenden Dienstag Peru auf den Titelverteidiger Brasilien. Die Seleção um Superstar und Rückkehrer Neymar besiegte daheim Chile in einer umkämpften Viertelfinalpartie im Estádio Nilton Santos in Rio de Janeiro am Freitagabend mit 1:0 (0:0). Zuvor hatte die peruanische Elf im ersten Viertelfinalspiel in der zentralbrasilianischen Stadt Goiânia Paraguay im Elferschießen (nach 3:3 in der Verlängerung) eliminiert.

Die beiden Teams treffen nun am Dienstag im ersten Halbfinale aufeinander. Es ist die Neuauflage des Copa-Finales 2019, das Brasilien 3:1 für sich entschied. Die Mannschaften des zweiten Halbfinales werden in der Nacht auf Sonntag ermittelt. Da treffen in den übrigen Viertelfinali Uruguay auf Kolumbien und Argentinien auf Ecuador.

Miguel Trauco konnte die Peruaner erst im Elfmeterschießen mit dem entscheidenden Treffer erlösen. 
- © afp / Nelson Almeida

Miguel Trauco konnte die Peruaner erst im Elfmeterschießen mit dem entscheidenden Treffer erlösen.

- © afp / Nelson Almeida

Für Brasilien traf Lucas Paquetá nach feinen Zusammenspiel mit Neymar praktisch direkt nach Wiederanpfiff. Gabriel Jesús sah nur eine Minute später nach gefährlich hohem Bein gegen Chiles Eugenio Mena die Rote Karte. Chile, das mit dem genesenen Star Alexis Sánchez begann, spielte gut organisiert und hatte viel Ballbesitz. Ein Treffer von Eduardo Vargas für den Südamerikameister von 2015 und 2016 wurde nach Videobeweis wegen Abseits nicht anerkannt.

Auch das erste Viertelfinale, das Peru für sich entscheiden konnet, war emotionsgeladen. Nicht zuletzt, weil bei Peru und Paraguays je ein Spieler ausgeschlossen wurde. Nach 120 Minuten stand es 3:3 (2:1), erst das Elfmeterschießen brachte die Entscheidung zu Gunsten Perus. Die Tore für Peru in der regulären Spielzeit erzielten Gianluca Lapadula in der 20. und 39. Minute sowie Yoshimar Yotún (80.). Verteidiger Gustavo Gómez, der Ende der ersten Halbzeit nach der zweiten gelben Karte des Feldes verwiesen wurde, hatte Paraguay in Führung gebracht (10.). Júnior Alonso glich für die Albirroja zwischenzeitlich zum 2:2 (53.) aus, Cristiano Ávalos zum 3:3 (88.). Der Feldverweis für den Peruaner André Carrillo (83.) gab Paraguay zudem Schwung. Im Elfmeterschießen hielt Perus Torhüter Pedro Gallese jedoch den Strafstoß von Alberto Espínola - und Miguel Trauco versenkte schließlich den entscheidenden Elfmeter (4:3) für den Andenstaat.

Brasilien sprang erst zwei Wochen vor Turnierbeginn als Ausrichter ein

Wenige Wochen vor Beginn des Turniers waren zunächst Kolumbien und dann Argentinien als Ausrichter abgesprungen. In Kolumbien kommt es seit Wochen zu blutigen Protesten gegen die Regierung, Argentinien wurde von der zweiten Welle der Corona-Pandemie hart getroffen. Aus diesen Gründen verlegte der südamerikanische Fußballverband Conmebol die Südamerikameisterschaft nach Brasilien, was zu breiter Kritik führte. In Brasilien haben sich mehr als 18,6 Millionen der 210 Millionen Landesbewohner mit dem Coronavirus infiziert, fast 522.000 Menschen sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Auch andere Wettbewerbe wie die brasilianische Fußballmeisterschaft werden ausgetragen, die Copa América findet ohne Publikum statt. Nach Angaben von Conmebol wurden bisher mindestens 166 Corona-Infektionen festgestellt - die meisten davon bei logistischem Hilfspersonal. (apa/dpa)