Auf der Gegenseite brachte Raguz einen Goiginger-Freistoß mit dem Kopf gefährlich auf das Tor, Goalie Casali konnte den Gegentreffer mit einem starken Reflex verhindern (75.). Ein Michorl-Heber ging kurz darauf knapp über die Querlatte (77.). In den letzten Minuten zeigten sich erhitzte Gemüter, nach einer Rudelbildung sahen mit Daniel Nussbaumer, Berkay Dabanli und Wiesinger gleich drei Spieler von Schiedsrichter Christian-Petru Ciochirca die Gelbe Karte.

Mit dem Sieg in Altach verlängerte der LASK eine Erfolgsserie. Von nunmehr 19 Bundesliga-Duellen gegen die Rheindörfler gewannen die Linzer 13. Die einzige Niederlage, ein 1:3 vor eigenem Publikum, datiert aus dem Oktober 2008.

Admira holte bei Herzog-Premiere Punkt in Tirol

Das Debüt als Cheftrainer im Clubfußball brachte Andreas Herzog dank eines Last-Minute-Treffers zumindest einen Auswärtspunkt. Die von ihm trainierte Admira erkämpfte sich am Samstag zum Start in die neue Fußball-Bundesligasaison bei WSG Tirol ein 1:1 (0:0). Erstmals seit fünf Jahren mussten sich die Niederösterreicher damit zum Auftakt nicht geschlagen geben.

Vor nur 1.200 Zuschauern auf dem Innsbrucker Tivoli brachte Maxime Awoudja (60.) die Heimischen in Führung. Als alles schon mit einem Wattener Sieg rechnete, bewahrte Wilhelm Vorsager in der 94. Minute die Admira vor einem Fehlstart.

Herzog ließ die verjüngte Admira in einem auf dem Papier offensiven 3-4-3 agieren, doch die vom herausragenden Raffael Behounek organisierte WSG-Abwehr konnte sie kaum knacken. Ein Starkl-Schuss ans Außennetz (15.) und ein Kopfball von Marlon Mustapha an die Stange (20.) waren in der ersten Halbzeit die einzig nennenswerten Offensivaktionen.

Doch auch die Tiroler taten sich ohne Juventus-Leihgabe Giacomo Vrione, der wegen einer leichten Muskelverletzung im Oberschenkel fehlte, lange schwer, Strafraumszenen herauszuspielen. Gefährlich war Tobias Anselm, der zweimal knapp verzog (12., 32.), im zweiten Versuch ganz alleine vor Torhüter Andreas Leitner.

Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte waren zunächst die von Herzog lautstark dirigierten Gäste die bessere Mannschaft, doch in Führung gingen die Tiroler. Einen Stanglpass von Leon Klassen knallte Awoudja aus kurzer Distanz unter die Latte (60.). Die WSG gewann damit Sicherheit und schien auf bestem Weg zu drei Punkten, doch die Admira durfte nach einem Getümmel im Anschluss an einen Eckball doch noch jubeln.

Ausgleich in letzter Minute beim Kärntner Derby

Das erste Kärntner Derby im Fußball-Oberhaus seit 36 Jahren ist mit einem Remis zu Ende gegangen. Aufsteiger Austria Klagenfurt und der WAC trennten sich am Sonntag im Klagenfurter Wörthersee-Stadion zum Bundesliga-Auftakt mit 1:1. Michael Liendl brachte die Lavanttaler in der 25. Minute per Foul-Elfmeter in Führung. Nachdem Maximilano Moreira aufgrund eines Handspiels Rot gesehen hatte, erzielte Markus Pink in Minute 90 in Unterzahl den Ausgleichstreffer.

Für WAC-Trainer Robin Dutt fühlte sich das Remis "wie eine Niederlage an". Zufrieden war er damit jedenfalls nicht. "Wenn du nicht nachlegst, läufst du immer Gefahr, nicht siegreich zu Ende zu spielen. Ich glaube schon, dass wir noch ganz schön viel Steigerungspotenzial haben." Bundesliga-Rückkehrer Peter Pacult hingegen machte seinen Klagenfurtern ein großes Kompliment: "Meine Mannschaft hat sich das Unentschieden sehr hart erarbeitet und auch nicht von einigen sehr umstrittenen Entscheidungen aus der Bahn werfen lassen. Dass wir in Unterzahl noch den Ausgleich erzielt haben, zeigt die tolle Moral, die wir haben. Wir wollten im Derby unbedingt etwas mitnehmen und das ist uns verdient gelungen."

Der Aufsteiger tauchte erstmals in der 18. Minute gefährlich vor dem Tor auf, ein von Herbert Paul per Kopf verlängerter Freistoß war letztlich aber unerreichbar für Pink. Wesentlich näher kamen die Hausherren einem Treffer aber schon kurz darauf. Die Austria nutzte einen groben Fehler des WAC im Spielaufbau aus, den Abschluss von Pink wehrte Manuel Kuttin, der Schlussmann der Lavanttaler, aber sehenswert ab (22.).

Quasi im Gegenzug wurde auf der Gegenseite der Grundstein für einen Treffer gelegt. Matthäus Taferner ging im Strafraum der Klagenfurter nach einem Zweikampf mit Kosmas Gkezos zu Boden. Schiedsrichter Christopher Jäger entschied auf Elfmeter, der ob einer nur geringen Berührung umstritten war, aber nicht Fehlentscheidung genug, um den VAR zu einer Berichtigung zu veranlassen. Den Strafstoß verwertete Liendl abgebrüht ins rechte untere Eck.

Das Spiel wurde daraufhin noch etwas rassiger. Obwohl die Reife des WAC mit Fortdauer der Partie immer stärker zum Vorschein kam, strebte die Austria nach einem raschen Ausgleich. Moreira kam nach einem Querpass von Thorsten Mahrer allerdings knapp nicht an den Ball (28.). Kurz vor der Pause war es wiederum Pink, der zu spät kam, nachdem Christopher Cvetko ihn bedienen hatte wollen (43.). Ein Distanzschuss von Liendl ging in der Nachspielzeit der ersten Hälfte nur drüber.

Gleich nach dem Seitenwechsel ging ein Schuss des erst 18-jährigen WAC-Verteidigers Amar Dedic knapp links am Tor vorbei (46.). Bei der Elf von Peter Pacult wiederum sorgte ein Kopfball von Gkezos nach einem Corner für Gefahr. Verteidiger Luka Lochoshvili passte allerdings an der zweiten Stange auf (48.). In der 59. Minute wurde Pink präzise in der Tiefe bedient, schloss jedoch zu schwach ab.

In den letzten 20 Minuten drängte der WAC auf einen zweiten Treffer. Allerdings sorgte eine Szene in der Schlussphase für große Verwirrung. Als Moreira beim Versuch, den auf das Tor zulaufenden Thorsten Röcher vom Ball zu trennen, diesen an die Hand bekam, kam es zu einem minutenlangen VAR-Check. Weil sich die Aktion ganz knapp außerhalb des Strafraums abspielte, folgte kein Elfmeter, allerdings ergab ein Check auf ein mögliches Rot-Vergehen die Entscheidung, Moreira des Platzes zu verweisen (78.).

Das hinderte den Aufsteiger allerdings nicht daran, weiter auf den Ausgleich zu schielen. Der gelang in der 90. Minute schließlich auch. Wimmer spielte einen weiten Ball in die Spitze zu Pink, der letztlich Lochoshvili gekonnt ausspielte und traf.

Adeyemis zweites Tor für Salzburg war "besser als Sex"

Neue Mannschaft, alte Stärke: Red Bull Salzburg hat die Abgänge zahlreicher Stammkräfte wieder einmal gut kompensieren können und beim Unterfangen Fußball-Bundesliga-Titelverteidigung einen Start nach Maß hingelegt. Beim verdienten 3:1-Erfolg bei Sturm Graz am Freitag stach mit Karim Adeyemi jener Akteur heraus, der den Abgang von Schützenkönig Patson Daka vergessen machen soll. Noch nicht in Topform präsentierte sich der VAR, bei der Liga-Premiere gab es Licht und Schatten.

Schon nach elf Minuten rückte mit Harald Lechner ein Unparteiischer in den Vordergrund, der im Stadion gar nicht anwesend war. Der in der VAR-Zentrale in Wien agierende Video Assistant Referee sorgte dafür, dass das unglückliche Eigentor von Salzburg-Kapitän Andreas Ulmer (11.) zurecht gegeben wurde. Ohne technische Unterstützung wäre es gleich zu Beginn der Saison zu einer Fehlentscheidung gekommen, da der Linienrichter die Fahne gehoben hatte. Bis zur richtigen Entscheidung vergingen allerdings fast fünf Minuten, Schiedsrichter Walter Altmann wirkte währenddessen etwas ratlos.

"Die Situation beim ersten Eingreifen des VAR in Österreich war sehr komplex, zumal parallel noch ein anderer VAR-Check am Laufen war, als es zu dieser Szene gekommen ist. Gerade wenn man eine Entscheidung revidiert und es sich um ein Tor handelt, hat man den Anspruch, ganz sicher zu sein", erläuterte Lechner in einer ÖFB-Stellungnahme. Deshalb habe man in dem Fall die kalibrierten Linien auch zweimal gezogen. "Daher hat die Premiere länger gedauert, war aber korrekt."

In Zukunft soll sich das ändern. Ziel sei es, im Sinne der Mannschaften und Fans die Entscheidungen im weiteren Prozess schneller zu treffen. Darauf hoffen auch die entscheidenden Figuren auf dem Platz, die mit der VAR-Einführung sehr gut leben können. "Vor allem bei Abseitsentscheidungen ist jetzt für mehr Gerechtigkeit gesorgt", sagte Sturm-Trainer Christian Ilzer. Und dessen Gegenüber Matthias Jaissle meinte: "Man kann den VAR nicht beeinflussen, damit müssen wir leben. Insgesamt ist das eine gute Geschichte, ich bin ein Befürworter."

Seine Liga-Premiere verlief nach Wunsch. Vor allem dank Adeyemi, der zwar wie seine Kollegen vor der Pause noch die nötige Kaltschnäuzigkeit vermissen ließ, dann aber mit einem Doppelpack (69., 85.) und Assist für den Treffer von Rasmus Kristensen (76.) glänzte. "Es war eine super erste Halbzeit von uns, die zweite war auch super. Deshalb haben wir verdient das Spiel gewonnen", sagte ein überglücklicher Adeyemi.

Besonders sehenswert war sein zweiter Treffer, ein Linksschuss von außerhalb des Strafraums genau ins Eck. "Das zweite Tor hat sich besser als Sex angefühlt", betonte der 19-jährige Deutsche, der gemeinsam mit dem erst 18-jährigen Benjamin Sesko stürmte. Jaissle attestierte nicht nur Adeyemi, sondern allen eine "sehr gute" Leistung. Und das im erst zweiten Pflichtspiel nach den Abgängen von Stützen wie Daka und dem Pflichtsieg in der ersten ÖFB-Cup-Runde gegen Hertha Wels.

"Wir sind noch jünger als letztes Jahr, aber haben das gerockt", gab Adeyemi zu Protokoll. Die Hoffnungen der Konkurrenz auf Salzburger Schwächephasen zu Beginn der Saison könnten unerfüllt bleiben. "Wer gehofft hat, dass Salzburg durch den Umbruch an Qualität verloren hat, der hat sich getäuscht", schilderte Ilzer seine Sicht. Man sei in allen Bereichen ein bisschen hinter den "Bullen" gewesen. "Ergebnistechnisch wäre es greifbar gewesen, leistungsmäßig hat uns was gefehlt, so ehrlich müssen wir sein", gab sich der Steirer als fairer Verlierer. Vor allem mit Salzburgs "extremer Geschwindigkeit" habe man Probleme gehabt.

Vergangene Saison hatten die Steirer Salzburg zweimal besiegen können. Dahin wollen sie auch 2021/22 kommen. "Ich bin zuversichtlich, dass wir uns im Laufe der Saison vielleicht zu Salzburg hinentwickeln können", so der Sturm-Trainer. Dabei helfen könnte ein neuer Spieler. Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker bestätigte, dass man auf den Positionen Abwehr und Angriff die Augen offen habe. "Man darf unser Programm nicht unterschätzen, ich bin positiver Dinge, dass wir noch eine Verstärkung dazuholen", so der 35-Jährige.

Für die Grazer geht es nächsten Sonntag beim WAC weiter, die Salzburger haben Ried zu Gast. Zuvor warten allerdings auf beide Teams interessante Tests. Sturm tritt am Mittwoch gegen Udinese an, die Jaissle-Truppe hat an diesem Tag mit Atletico Madrid gar den spanischen Meister zu Gast. "Auf uns warten interessante Wochen. Ein guter Auftakt bringt dafür auch einen Schub mit sich. Das ist wichtig für eine junge Mannschaft, die noch nicht so die Konstanz hat", sagte Jaissle. Für große Euphorie sei es viel zu früh. "Dieser Einstand macht mich glücklich, ich will den Sieg aber nicht zu hoch bewerten." (apa)