Ganz Rapid träumt wieder von der Champions League: Nach den geschafften Qualifikationen anno 1996 und 2005 hoffen die Hütteldorfer am Mittwoch (20.30 Uhr/ORF 1) zumindest auf eine Verlängerung des Traums von der Königsklasse. Nach dem 2:1-Erfolg gegen Sparta Prag vergangenen Dienstag treten die Wiener mit einer guten Ausgangsposition zum Rückspiel im Stadion Letna an. Dabei steht nicht gerade wenig auf dem Spiel, hat doch der Aufsteiger im Falle eines Ausscheidens in der dritten Runde gegen den Topklub AS Monaco einen Platz im Trostbewerb Europa League sicher - mit Chance auf den großen Jackpot Champions League. Bei einem Aus bliebe immer noch die Qualifikations-Option für die Europa respektive Conference League - also kleinere Jackpots.

Ein Saisonziel Rapids wäre damit schon am Mittwoch erfolgreich abgehakt. "Wir haben uns in eine gute Position gebracht, aber das bedeutet für das Spiel nichts", betonte Rapid-Trainer Dietmar Kühbauer vor dem Abflug nach Tschechien. Auch Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic stellte sich auf harte 90 - oder mehr - Minuten ein: "Sie haben eine sehr gut organisierte Mannschaft, spielen zweikampfbetont, aber auch einen sehr guten Fußball und verfügen über individuelle Klasse. Da gilt es dagegenzuhalten." Da die Auswärtstorregel abgeschafft wurde, muss man nunmehr im Europacup deutlich öfter mit Verlängerungen rechnen.

Hartberg-Pleite als Weckruf

Im ersten Duell hatte nach einem kapitalen Fehlstart ein Doppelpack von Christoph Knasmüllner (63., 71.) noch die Wende herbeigeführt. "Es wird wieder ein enges, sehr intensives Spiel werden. Wir müssen eine riesige Mentalität aufbringen und brauchen wieder einen Kraftakt", so Kühbauer.

In der mehr als 20.000 Zuschauer fassenden Sparta-Heimstätte darf knapp die Hälfte der Kapazität (9.000 Zuschauer) ausgeschöpft werden. Kühbauer erwartete, dass erneut Kleinigkeiten den Ausschlag geben werden. "Wer besser in den Zweikämpfen drinnen ist, wer die Räume besser nutzen will, wer besser verteidigt. All das müssen wir weit besser als am Samstag machen", betonte der Burgenländer. Da hatte man es verabsäumt, weiteres Selbstvertrauen zu tanken und mit einem Heim-0:2 gegen Hartberg den Ligaauftakt verpatzt. Die Wiener hoffen, dass dies ein Weckruf zur rechten Zeit war. Die Partie wurde genau analysiert. "Die Niederlage hat uns extrem geärgert, weil wir in der Liga gut starten wollten. Das darf uns aber nicht belasten", sagte Goalie Richard Strebinger. "Wir wissen um die Wichtigkeit des Spiels und wo wir uns klar verbessern müssen", gab Flügelspieler Thorsten Schick zu Protokoll. Man werde jedenfalls alles raushauen. "Ich hoffe, dass wir den längeren Atem haben."

Sollten die Hütteldorfer weiterkommen, würden sie zum 20. Mal in Folge in einem Europacup-K.o.-Duell nach einem Hinspiel-Sieg auch den Aufstieg fixieren - kein wirklich schlechtes Omen also vor dem Duell mit dem tschechischen Rekord- und Vizemeister. (apa/may)