Red Bull Salzburg hat sein angekündigtes Fußballfest gegen den FC Barcelona mit einem 2:1-Erfolg zelebriert. Österreichs Serienmeister belohnte sich mit Toren von Luka Sucic (43.) und Brenden Aaronson (90.) für eine dominante Vorstellung vor 29.520 Zuschauern. Martin Braithwaite (83.) traf für "Barca" zum zwischenzeitlichen 1:1.

ÖFB-Talent Yusuf Demir wurde in der 72. Minute für Antoine Griezmann eingewechselt, spielte erneut auffällig hinter einer Doppelspitze und bekam im Anschluss von Trainer Ronald Koeman Pflichtspiel-Einsätze in Aussicht gestellt. "Wenn er so weitermacht, dann vielleicht ja", antworte Koeman auf eine diesbezügliche Frage bei ServusTV. "Er ist ein guter, junger Spieler. Er wird Möglichkeiten bekommen, um zu spielen."

Dies widerfuhr am Mittwoch auch fast allen Salzburgern. Denn Trainer Matthias Jaissle ließ vor dem Liga-Spiel am Sonntag gegen Austria Wien die allermeisten Kaderspieler Einsatzminuten sammeln. Und sein Team machte wie schon beim 1:0-Testsieg gegen Atletico Madrid in der Vorwoche gute Figur, warf bei strömendem Regen alles in die Waagschale.

"PS auf die Straße gebracht"

Die Barca-Stars bekamen Salzburgs Hartnäckigkeit zu spüren. Koeman wurde früh beim vierten Offiziellen vorstellig, nachdem etwa Sergio Busquets wiederholt von Mohamed Camara abgeklopft wurde. "Wir wussten, es würde schwierig werden. Es war nicht wirklich ein Freundschaftsspiel, sie stoppten viele Situationen mit Fouls", sagte Koeman im Anschluss.

Der Niederländer sprach am Ende eines harten Trainingslagers in Baden-Württemberg von einem verdienten Salzburger Sieg, der gut und gerne höher hätte ausfallen können. Alleine Noah Okafor fand gegen ein defensiv anfälliges "Barca" eine Handvoll hochkarätiger Chancen vor. Der Elf-Millionen-Stürmer vergab diese aber - etwa mit einem Schuss über das leere Tor (25.) und einem Fehlschuss alleine vor Neto (38.) - kläglich bzw. spiegelbildlich für sein bisheriges Engagement. Viel besser machte es Sucic, dessen abgefälschter Weitschuss zum sehenswerten Treffer wurde (43.).

Die mit einigen Stars, aber ohne den weiter vertraglosen Lionel Messi sowie in einer 3-5-2-Formation (mit Frenkie de Jong als Libero) eingelaufenen Spanier ließen sich in ihrem vierten Testspiel (erste Niederlage) vor der am 15. August beginnenden Meisterschaft erst im Finish öfter in der Gefahrenzone blicken. Die gesteigerten Offensivbemühungen resultierten vor dem nächsten Probegelopp am Sonntag gegen Juventus in einem kuriosen 1:1, als Braithwaite der Nutznießer eines Billardtors war (83.).

Salzburg wollte den Sieg jedoch unbedingt, Aaronson stand für den Nachschuss infolge eines Stangentreffers von Junior Adamu goldrichtig (90.). "Gerade mit den Fans hat man wieder gesehen, dass die Jungs alle PS auf die Straße gebracht haben. Es hat mich extrem überzeugt, wie sie heute aufgetreten sind", sagte Jaissle. (apa)