Fußball-EM, U21-EM, Copa America sind vorbei, europäischer Supercup und Community Shield in England geschlagen. Und doch beginnt die Fußballsaison, die ohnehin kaum eine Atempause kannte, jetzt erst so richtig. Nach der österreichischen Bundesliga starten an diesem Wochenende auch die Topnationen England, Deutschland, Spanien und Italien in den Meisterschaftsbetrieb. Besonders im Blickpunkt steht dabei die englische Premier League, deren Vereine auch in diesem Sommer - Corona-Krise hin oder her - besonders tief in die Taschen gegriffen haben. Prominentester Transfer ist jener Romelu Lukakus, der von Italiens Meister Inter zu seinem Ex-Klub Chelsea zurückkehrt.

Der Belgier spielte von 2011 bis 2014 an der Stamford Bridge, damals aber keine Hauptrolle. Diesmal soll er für die nötigen Tore der Blues sorgen - auf dass diese nach dem Champions-League- und dem Supercup-Gewinn auch in der Meisterschaft reüssieren können. Die rund 115 Millionen Euro, die Lukaku Chelsea wert war, machen den Angreifer zu jenem Spieler, der in seiner Karriere die meisten Transfererlöse (insgesamt laut transfermarkt.de 327,6 Millionen Euro) hereingespielt hat - noch vor Neymar, für den Paris Saint-Germain 2017 220 Millionen Euro an Barcelona überwiesen hat, sowie Juventus-Superstar Cristiano Ronaldo.

Wechselt Kane zu City?

Teuerster Transfer dieses Sommers ist Lukaku aber nicht, schließlich hat Meister Manchester City 118 Millionen Euro für Jack Grealish an Liga-Konkurrent Aston Villa bezahlt. Der Wert könnte allerdings noch getoppt werden: Laut Medien soll der Eigentümer der Citizens, Scheich Mansour, bereit sein, den wechselwilligen englischen Teamkapitän Harry Kane für 177 Millionen Euro von Tottenham zu holen, um mit ihm erstmals auch die Champions League zu gewinnen. In der Vorsaison verlor City erst im Finale mit 0:1 gegen Chelsea.

Bei all den Investitionen ist City auch in dieser Saison der erklärte Favorit auf den Titel, doch Coach Pep Guardiola ist bemüht, die Erwartungen nicht überbordend werden zu lassen. Der Erfolg, könnte man sagen, frisst seine Kinder. Weil die Mannschaft aus Manchester besonders viele Teamspieler aus allen möglichen Nationen stellt, hätten viele noch die EM beziehungsweise die Copa America und ergo erst "drei, vier Trainingseinheiten" in den Beinen, wie Guardiola sagt.

Einen österreichischen Teamspieler hat indessen Aufsteiger Watford in seinem Kader: Torhüter Daniel Bachmann ist zehn Jahre nach seinem Wechsel auf die Insel in der Premier League angekommen - und wird alles tun, um dort bleiben zu können. Der Klassenerhalt ist das primäre Ziel, "das ist das Wichtigste", sagt Bachmann, der es mit Watford zum Auftakt am Samstag mit Aston Villa zu tun bekommt. Um den Titel wird man freilich nicht mitspielen - zu dominant scheinen die Big Spender der Liga.(art)