Am Dienstag (21 Uhr/Sky) wird es wieder ernst für den FC Red Bull Salzburg: Der Klub trifft im Play-off der Champions League auf den Bröndby IF, der in der vergangenen Saison zum dänischen Fußballmeister gekrönt worden war. Für die Salzburger könnte dies eine schwierige Aufgabe werden, wie Rasmus Kristensen, Rechtsverteidiger im Team und selbst gebürtiger Däne, verdeutlichte: "Bröndby ist ein starkes Team", meinte er. "Sie sind sehr verdient dänischer Meister geworden, das zeigt ihre Qualität. Es wird ein hartes Duell."

Nun, wer sind diese Dänen eigentlich? Alles begann vor fast 60 Jahren, als der Bröndby IF im Jahre 1964 in einem Vorort Kopenhagens gegründet wurde. Der Fußballklub kann heute auf mittlerweile elf dänische Meisterschaftstitel, sieben dänische Pokalsiege sowie einige durchaus erfolgreiche Europapokal-Auftritte zurückblicken. In der Saison 2006/07 gelang es ihnen zudem, die Royal League zu gewinnen, die von den Fußballverbänden Dänemarks, Schwedens sowie Norwegens ins Leben gerufen wurde. Ziel war es, einen skandinavischen Fußballmeister zu krönen. Aus den ursprünglich geplanten fünf Jahren Royal League wurde jedoch nichts. Das Debüt wurde im Jahr 2004 gefeiert, in der Saison 2007/08 wurde der Wettbewerb jedoch bereits wieder abgesagt.

Erfolgreichster dänischer Verein seit langem

All diese Siege und Pokale betätigen einmal mehr, dass der Bröndby IF durchaus der erfolgreichste Verein der vergangenen Jahrzehnte in Dänemark ist. Auf internationaler Ebene steht als eines der besten Ergebnisse das Viertelfinale 1987 im Europapokal oder auch das Halbfinale des Uefa-Pokals 1991 zu Buche. 1995 siegten sie über den FC Liverpool, im Jahr darauf über den Karlsruher SC - beide Siege waren für den Verein die erfolgreichsten Einzelergebnisse. 1998 gelang ihnen auch schließlich die Qualifikation für die Champions League und der Einzug in die Gruppenphase.

Der Traditionsklub Bröndby IF steckt derzeit jedoch noch vor einigen Herausforderungen: Corona hat auch sie nicht verschont; nun fällt sogar die halbe Startelf aufgrund eines Corona-Ausbruchs für die Play-offs weg. Der Corona-Test von sechs Spielern fiel positiv aus, sie werden nun nicht mit ihrem Team nach Salzburg reisen. Dies ändert jedoch nichts daran, dass sie nicht ohne Grund dänischer Meister sind. Von den Salzburgern werden sie nach wie vor nicht unterschätzt.

So wird Bröndbys Trainer Niels Frederiksen von Kristensen als "taktisch sehr guter Trainer" bezeichnet. Auch der Coach der Salzburger, Matthias Jaissle, kennt den Verein gut von seiner Zeit als dortiger Co-Trainer vor einigen Jahren: "Wenn man fünf, sechs Spieler nicht dabei hat, denkt man erstmal, das könnte ein Vorteil sein, aber ich kenne Bröndby aus meiner Vergangenheit und weiß, dass sie einen Jetzt-erst-recht-Charakter entwickeln. Sie haben einen sehr guten und breiten Kader, damit sie die Ausfälle kompensieren können", so Jaissle. Aus Sicht des 33-Jährigen sei ein "offener Schlagabtausch" zu erwarten. "Denn sie wollen genauso in die Champions League wie wir."

Im Sommer haben ebenso einige Spieler den Klub verlassen - unter anderem auch der Jungstar Jesper Lindström. Der Verein hat jedoch auch Neuzugänge zu verzeichnen. All dies muss nicht unbedingt bedeuten, dass sie nun ein weniger starkes Team als zuvor sind - wenn auch sie heuer weniger erfolgreich als in der Saison zuvor wirken. Schlüsselspieler sind laut Kristensen der Kapitän und Abwehrchef Andreas Maxsö sowie Mikael Uhre, der als Toptorschütze 19 Ligatore in der vergangenen Saison erzielt hatte. "Es geht um so viel. Ich weiß nicht, wer der Favorit ist. Aber wenn wir unser Level bringen, können wir rausgehen und sie schlagen", so Kristensen.

Weniger erfolgreiche Vergangenheit

Um viel geht es in der Tat, hat der FC Red Bull Salzburg schließlich elf gescheiterte Champions-League-Anläufe seit dem Red-Bull-Einstieg im Jahre 2005 auf seinem Konto zu verbuchen. Den Höhepunkt, jedoch wohl eher im negativen Sinne, bildete das Aus in der zweiten Qualifikationsrunde gegen Düdelingen aus Luxemburg 2012. Dies hing den Salzburgern noch lange hinterher, jedoch wird mittlerweile weniger darüber gesprochen - obwohl zahlreiche Versuche, in den Play-offs der Champions League weiterzukommen, nach Düdelingen scheiterten. Es sollte es noch weitere acht Jahre dauern, bis die Salzburger endlich siegreich aus diesen hervorgingen. Der "Fluch", wie man es fast schon nennen könnte, wurde 2020 gebrochen, als die Salzburger im Play-off gegen Maccabi Tel Aviv - der Verein hatte ebenso wie Bröndby einige Corona-Fälle im Team - doch aus eigener Kraft gewannen. Im Vorjahr hatte der Verein das Premierenticket für die Gruppenphase noch über die automatische Länderqualifikation bekommen.

Aus eigener Kraft gewannen die Salzburger auch am vergangenen Wochenende. Zuletzt war der Fußballklub in der Bundesliga quasi nicht zu stoppen. Mit einem 1:0 gegen die Admira gehen sie nun in das Spiel gegen Bröndby. Diese haben hingegen gegen Nordsjaelland 0:1 am Freitag verloren. Heuer sollte zumindest wieder der Umstieg in die Europa League für den FC Red Bull Salzburg denkbar sein. Bei der Auslosung am 26. August sind sie im dritten von den vier Töpfen gesetzt. Davor muss jedoch Bröndby bezwungen werden. Jedoch könnten auch die Niederlage Bröndbys gegen Nordjaelland und die Ausfälle aufgrund von Corona den Österreichern in die Karten spielen und einen Hattrick für die Salzburger ermöglichen. (apa/jh)