Die Play-offs wurden am Dienstag nun offiziell eingeläutet. Aus österreichischer Sicht war jener Tag durchaus positiv geprägt, da Red Bull Salzburg mit einem 2:1 gegen Bröndby IF in den Play-offs um den Einzug in die Champions League gewann. Dies war vorerst der erste Streich. Darauf könnten am Donnerstag noch welche folgen: Für drei weitere österreichische Klubs wird es ernst - zwar nicht in der Champions League, aber im Rahmen des Europacups durchaus.

Den Auftakt macht der LASK (19 Uhr/ORF 1). Im Play-off zur Conference League trifft der Fußballklub auf den schottischen Cupsieger St. Johnstone. "Eine schwierige Aufgabe", meinte Dominik Thalhammer, LASK-Trainer. Er stellte jedoch ebenso klar: "Unser Ziel, unser Auftrag, unsere Mission ist der Aufstieg." Das klingt nach einer Kampfansage. Die Schotten dürfen jedoch nicht unterschätzt werden: In der dritten Qualifikationsrunde der Europa League gelang ihnen ein 1:1 gegen Galatasaray. Zuhause bedeutete für sie jedoch ein 2:4 der Umstieg in die Conference-League.

Im Vergleich zum Qualifikations-Drittrundenauftritt gegen Novi Sad bekomme es der LASK nun mit einer Truppe zu tun, die "physisch stärker" sei und "direkter nach vorne" spiele. "St. Johnstone definiert sich sehr stark über das Kollektiv", so der 50-Jährige.

Callum Hendry, Stürmer bei St. Johnstone, machte dem LASK jedenfalls eine wirkliche Kampfansage: "Wir gehen ins LASK-Spiel mit all dem Kampfgeist und Herz, wie wir es schon gegen Galatasaray getan haben. Der LASK wird sich unser Spiel angeschaut haben und wird wissen, dass er für eine Schlacht bereit sein muss. Wir werden alles geben." Bleibt nur zu hoffen, dass der LASK sich nicht einschüchtern lässt und in der Schlacht nicht untergeht.

Ein Spiel, welches an die Vergangenheit erinnert

Rapid Wiens Europa-League-Spiel wird gegen Sorja Luhansk, stattfinden (21 Uhr/ORF 1). Luhansk hat noch am vergangenen Samstag in der ukrainischen Meisterschaft 1:1 gegen den FC Minaj gespielt. Der 1923 gegründete Klub ist momentan nach vier gespielten Partien mit vier Punkten vorläufig Achter in der Tabelle.

Das kommende Spiel erinnert jedenfalls daran, dass der Krieg in der Ostukraine 2014/15 seine Spuren auch im Fußball hinterlassen hatte. Noch vor dem Krieg gab es Pläne für ein neues Stadion und eine Trainingsbasis in Luhansk - daraus sollte aber nichts werden. Mit Schachtar Donezk und Sorja Luhansk verließen populäre Teams die Region in Richtung anderer ukrainischer Städte. Zu groß war die Perspektivlosigkeit vor Ort, in Luhansk sind schließlich die pro-russischen Machthaber bestrebt, Sorja aus dem Bewusstsein zu verbannen.

Heute, sieben Jahre später, verhalten sich die Verantwortlichen von Sorja auffällig zurückhaltend: Auf der offiziellen Klub-Homepage informieren sie in nur wenigen Zeilen darüber, dass ukrainische Heimspiele seit dem Sommer 2014 nicht mehr im "Avantgard-Stadion" in Luhansk, sondern in der deutlich kleineren "Slawutytsch-Arena" in Saporischschja stattfinden. Dies bedeutet keinen Nachteil für die Hütteldorfer.

Auch Fans von Sorja können in der Öffentlichkeit nicht mehr zum Klub stehen, da man einerseits nicht mehr in das Stadion gehen könne und auch in Bars keine Spiele von Sorja gezeigt würden. Sorja Luhansk fehlt die öffentliche Unterstützung seitens ihrer Fans - ganz im Gegensatz zu Rapid. Hinter dem Klub stehen zahlreiche Fans. Ob ihnen das vielleicht einen Vorteil verschaffen könnte, ist jedoch fraglich, wobei im Sport der Unterstützung seitens der Fans eine hohe Wichtigkeit zugesprochen wird.

Der SK Sturm und seine Fans schweben jedenfalls auf Wolke sieben. Nach drei Siegen in drei Spielen der nationalen Meisterschaft könnten sie nicht zufriedener sein. Am Donnerstag hat die Mannschaft von Christian Ilzer nun die Möglichkeit, sich auch auf europäischer Ebene zu beweisen. Damit könnten sie außerdem einen weiteren Schritt in Richtung Gruppenphase der Europa League machen. Die letzte Hürde vor dem großen Ziel ist der slowenische Vertreter NS Mura (20 Uhr/Puls 24). Zuletzt konnte sich dieser gegen den litauischen Meister Zalgiris Vilnius knapp durchsetzen.

Während die drei Klubs am Donnerstag zeigen, was sie können, bereitet sich Red Bull Salzburg nun auf das Rückspiel gegen Bröndby IF in Dänemark vor. Nächsten Mittwoch (21 Uhr /Sky) sieht die Teamaufstellung der Dänen nämlich anders aus. Zuletzt waren sie aufgrund positiver Corona-Tests im Team geschwächt am Spielfeld gestanden. Diese sechs Spieler könnten nächste Woche jedoch wieder alle zurück fit sein. "Es wird ein richtig, richtig umkämpftes Spiel werden", meinte Salzburg-Trainer Matthias Jaissle. "Ich glaube, dass es uns die Jungs von Bröndby sicher noch schwieriger machen werden." Dies werden die Dänen sicherlich, schließlich wollen auch sie in die Champions League. Nichtsdestotrotz reisen die Salzburger mit einem Sieg in der Tasche zu den Gegnern. Vielleicht beflügelt dies die Salzburger zu Höchstleistungen im Kampf um den Aufstieg. (apa/jh)