Saisonübergreifend acht der neun jüngsten Spiele gewonnen, in den vergangenen vier Partien 13 Tore geschossen und nach einem 3:1-Sieg gegen NS Mura im Play-off-Hinspiel auf dem besten Weg, erstmals seit zehn Jahren in die Europa-League-Gruppenphase einzuziehen: Der SK Sturm Graz schwebt derzeit auf Wolke sieben - und will dennoch die Bodenhaftung nicht verlieren. Als erster Salzburg-Jäger sind die Blackies freilich auch in der fünften Runde der Admiral-Bundesliga am Sonntag (17 Uhr) gegen die Wiener Austria klarer Favorit. Denn diese scheint nicht und nicht aus der Krise zu kommen.

Dennoch war auch bei Sturm gegen die Slowenen nicht alles Gold, was letztlich mit dem Sieg glänzte. Torhüter Jörg Siebenhandl musste immer wieder als Retter in der Not in Erscheinung treten. Vor dem Rückspiel am kommenden Donnerstag warnt Trainer Christian Ilzer daher: "Wenn wir glauben, wir können etwas verwalten in Graz, dann wird das der falsche Weg sein. Wir müssen genauso initiativ und aktiv versuchen, unser Spiel vor unseren Fans in Graz durchzuziehen." Dennoch steht bereits fest, dass Sturm (anders als die an Breidablik gescheiterte Austria) nach langer Pause wieder in einer europäischen Gruppenphase spielt - entweder in der Europa oder eben in der neuen Conference League. Im Klub führt man das auf die Aufbauarbeit zurück, die seit Sommer 2020 geleistet wurde und nun Früchte trägt. "Wir hatten einen Neustart. Wir wissen, welche Qualitäten in uns stecken, wir haben viel Zuversicht und Selbstvertrauen", sagt Ilzer.

Erfolgreiche Neuaufstellung

Nach einigen (hausgemachten) Turbulenzen hat damals Andreas Schicker die Agenden des Sportgeschäftsführers übernommen, wirtschaftlich hat man viel in die Infrastruktur und Mitgliederaktivitäten investiert, auf dem Spielermarkt aber eher "Bodenständigkeit" walten lassen, um die "oberste Prämisse", die Schuldenfreiheit des Vereins, wie Wirtschaftsgeschäftsführer Thomas Tebbich sagt, einzuhalten. Dass man die Pandemie einigermaßen gut überstanden hat, trägt ebenfalls zur Freude bei - zumal man wegen der Relation zwischen Budget und Zuschauereinnahmen stark betroffen gewesen sei, wie Präsident Christian Jauk zu Saisonbeginn betonte.

Nun kann man auch wieder auf die Fans im Stadion bauen - bei der Mitgliederzahl hat man mittlerweile die Marke von 3.500 überschritten, bei den Jahresabos liegt man bei 5.200.

Weitere Erfolgserlebnisse würden die Stimmung freilich weiter beflügeln, gegen die Austria soll gleich nachgelegt werden. "Wir wollen weiter voll marschieren, haben einen guten Start in der Liga hingelegt und wollen weiter gewinnen", betont Routinier Jakob Jantscher. "Das Wichtigste ist, dass wir den Fokus sehr schnell auf das Austria-Spiel richten", mahnt auch Ilzer. "Wir haben einen Gegner, der bis jetzt in der Liga unter Wert geschlagen wurde." Ähnliches sagt auch sein violettes Pendant, Manfred Schmid. Allerdings klingen die Durchhalteparolen aus Favoriten nach zwei Niederlagen und zwei Remis schon ein wenig verzweifelt. "Unsere Leistungen waren in den ersten Runden über einen gewissen Zeitraum richtig gut. Der letzte Pass und der Abschluss müssen effizienter werden, denn Chancen haben wir uns genügend herausgespielt." Wie man sie verwertet, kann er ja die Torlieferanten aus Graz fragen.(apa/art)