Vier Tage vor dem Rückspiel im Champions-League-Play-off gegen Bröndby hat Fußball-Meister Salzburg in der heimischen Bundesliga seine weiße Weste behalten. Im Heimspiel der 5. Runde gegen Austria Klagenfurt am Samstag gewannen die "Bullen" 3:1 (1:1). Vorentscheidend war der sehenswerte Treffer von Mergim Berisha, der in der zweiten Hälfte sein Comeback nach Verletzungspause gab. Der Deutsche netzte gleich nach seiner Einwechslung per Freistoß ein.

Bei Postkarten-Sommerwetter in Wals-Siezenheim entwickelte sich eine flotte Partie. Den "Bullen"-Blitzstart durch Karim Adeyemi nach zwei Minuten beantwortete Alex Timossi Andersson mit dem Ausgleich in der 14. Minute aus einem Konter. Der Champions-League-Aspirant aus der Festspielstadt war zwar dominant, Klagenfurt zeigte jedoch eine fast makellose Defensivleistung und spielte bei sich bietenden Möglichkeiten mutig nach vorne. Berisha (70.) und der überragende Rasmus Kristensen (84.) machten die Hoffnungen der Violetten auf eine Überraschung dann aber zunichte.

Salzburg setzte Gäste unter Druck

Salzburg-Trainer Matthias Jaissle schonte nach dem 2:1-Heimsieg gegen Bröndby am Dienstag nicht übermäßig viele Spieler. Maximilian Wöber, Andreas Ulmer und Benjamin Sesko saßen auf der Bank, Luka Sucic (Prellung) und Junior Adamu (muskuläre Probleme) fielen neben Sekou Koita (Knie), Albert Vallci (Achillessehne) und Zlatko Junuzovic (Wadenprobleme) ebenfalls aus. Der Pole Kamil Piatkowski kam in der Innenverteidigung zu seinem Startelf-Debüt, Kristensen streifte erstmals die Kapitänsschleife über.

Salzburg begann forsch und setzte die Gäste sofort unter Druck. In einer Situation verabsäumten es die Kärntner, sich konsequent zu befreien. Linksverteidiger Bernardo legte den Ball mit dem Kopf in die Gasse, und Adeyemi ließ im Duell mit Phillip Menzel nichts anbrennen. In der 13. Minute vereitelte der Austria-Torhüter gegen Noah Okafor aber die Chance auf das 2:0. So bekam Timossi Andersson nach einer Ecke die Gelegenheit, Salzburgs "Rest-Verteidiger" Antoine Bernede auf und davon zu laufen - beim Abschluss ins lange Eck blieb der 20-jährige Schwede cool.

Freistoß von Berisha nach 25 Sekunden

Weitere Großchancen gab es dann für längere Zeit nicht - bis ein Okafor-Schuss in der 43. Minute nach Fersler-Vorlage von Brenden Aaronson die Latte küsste. Klagenfurt verteidigte stark, die überlegenen Salzburger agierten in der Gefahrenzone teilweise aber auch zu umständlich und ungenau im Passspiel. Nach der Pause besserte der Meister - nun mit Nicolas Seiwald und Maurits Kjaergaard - beim Fokus nach. Kristensen (54.) verpasste nach Seiwald-Flanke per Kopf. Auf der anderen Seite vergab Marcus Pink (60.) aus kurzer Distanz einen Sitzer.

Jaissle tauschte dann auch Benjamin Sesko und eben Berisha ein. Der schickte gleich mit seinem ersten Ballkontakt nur 25 Sekunden nach seiner Einwechselung einen direkten Freistoß aus knapp 20 Metern ins Netz. Der Deutsche hatte in den vergangenen Wochen an einer Leistenverletzung laboriert und alle Pflichtspiele bisher verpasst. Ein Gewaltschuss von Kristensen mit links brachte endgültig die Entscheidung - für den Tabellenführer war es der fünfte Sieg in fünf Spielen. (apa)