Es ist der erste Teamkader, den Österreichs Teamchef Franco Foda nach der Europameisterschaft präsentiert - und es ist ein nicht unwesentlicher. Viel Zeit zum Experimentieren bleibt Foda, der aus diesem Grund am Dienstag vor die Presse tritt, nicht, stehen doch ab Mittwoch (1. September) binnen weniger Tage gleich drei WM-Qualifikationsspiele auf dem Programm. Improvisieren muss der Trainer für die Spiele gegen die Republik Moldau, Willi Ruttensteiners israelische Auswahl sowie Schottland dennoch: Die Leistungsträger Stefan Lainer und Sasa Kalajdzic müssen wegen Verletzungen passen. Lainer zog sich am Wochenende einen Knöchelbruch zu, Kalajdzic eine schwere Schulterblessur, die eine Operation samt nachfolgender drei- bis viermonatiger Pause erforderlich macht.

Immerhin hat Foda nicht wie andere Teamchefs das Problem, dass einige der stärksten Spieler ihre Karrieren nach dem Großereignis beendet haben - und er hat Alternativen als potenzielle Asse im Ärmel.

Yusuf Demir, der am Samstag sein vielbeachtetes Pflichtspieldebüt für den FC Barcelona gab, kommt für den Angriff in Frage. Unter Umständen könnte der 18-Jährige, den Foda schon im Frühling als "Riesentalent" bezeichnet hatte, vorerst aber auch bei der U21 verbleiben, für die er im Juni zum Auftakt der EM-Qualifikation gegen Estland (2:0) brilliert hatte. Die Auswahl von Werner Gregoritsch gastiert am 3. September in Norwegen beziehungsweise empfängt am 7. September in Ried Aserbaidschan. Sollte Demir dem U21-Team weiterhelfen sollen, stünde statt Kalajdzic auch auch der erst kurz vor der Europameisterschaft dem Rotstift zum Opfer gefallene Adrian Grbic vom französischen FC Lorient bereit für ein Comeback.

Als Rechtsverteidiger ist Philipp Mwene eine Option. Der 27-Jährige war bereits vor der EM in Fodas Großkader gestanden, wartet aber noch auf seinen ersten Lehrgang mit dem Team. Seit seinem Anfang Juni fixierten Wechsel vom FSV Mainz zu PSV Eindhoven ist der Wiener beim niederländischen Vizemeister gesetzt. Auch Marko Arnautovic steht Foda nach seinem Transfer von China nach Italien künftig wieder uneingeschränkt zur Verfügung. Der Stürmer-Routinier überzeugte bei seinem Ligadebüt für den FC Bologna am Sonntag gegen Aufsteiger Salernitana (3:2) mit einem Treffer. Sein Freund David Alaba kam mit Real Madrid nicht über ein 3:3 bei Levante hinaus, erhielt aber gute Noten - und ist bei Foda freilich unumstritten.(art/apa)