Nachhaltigkeit war das erste Stichwort bei dem Pressetermin, zu dem der österreichische Fußballbund am Dienstag geladen hat. Der ÖFB will darauf setzen, Bäume pflanzen und sich mehr für Umweltschutz einsetzen, so etwas macht sich als Werbung immer gut in Zeiten wie diesen. Doch noch mehr Werbung in eigener Sache haben die ÖFB-Spieler auf dem Rasen bei der Europameisterschaft gemacht: Erster EM-Sieg, zweiter EM-Sieg, erstmaliger Achtelfinal-Einzug - und dann noch eine starke Leistung gegen den späteren Europameister Italien, die letztlich nicht belohnt wurde.

Eigentlich also hätte es keinen Grund für großartige Veränderungen gegeben, jetzt, da die EM Geschichte und die Fortsetzung der WM-Qualifikation ante portas ist. "Eigentlich", sagt also auch Franco Foda, "wollte ich den Kader nicht verändern, denn die Spieler, die bei der EM dabei waren, hätten es sich auch verdient gehabt, in der WM-Qualifikation zu spielen". Aber man kann es sich im Fußball halt auch nicht immer aussuchen. Verletzungen von Stürmer Sasa Kalajdzic und Verteidiger Stefan Lainer zwangen den Trainer zu Veränderungen, andere Spieler sind auf Vereinssuche oder haben mit anderen Problemen zu kämpfen.

Doch die Veränderungen können durchaus auch als Zeichen für eine nachhaltige Zukunft gewertet werden, zumindest in einem Fall. So steht der 18-jährige Yusuf Demir, der im März beim WM-Qualifikationsspiel gegen die Färöer in der Schlussphase zu seinem ersten Einsatz im A-Team gekommen war, wieder im Kader.

Ebenfalls Hoffnungen auf seinen zweiten Einsatz darf sich Ercan Kara, Demirs ehemaliger Kollege bei Rapid, machen, in der Verteidigung hofft Endhoven-Legionär Phillipp Mwene auf sein Debüt. Im Vergleich zum 26-köpfigen EM-Aufgebot kamen Florian Kainz und Torhüter Heinz Lindner in die ÖFB-Auswahl zurück. Dafür fehlen neben den verletzten Stefan Lainer und Sasa Kalajdzic die nicht einberufenen Valentino Lazaro, Karim Onisiwo, Marco Friedl und Ersatzgoalie Pavao Pervan.

Keine Garantie für Demir

Vor allem Demir gilt nicht erst seit seinem Wechsel zum FC-Barcelona, wo er am Wochenende sein in der spanischen wie österreichischen Presse vielbeachtetes Debüt gegeben hat, als künftiger Hoffnungsträger des Nationalteams, Garantie gibt es laut Foda aber keine. "Er ist ein Riesentalent, aber wir werden sehen, wie er sich weiterentwickelt und dann entscheiden, ob er weiter dabei ist", sagt der Teamchef.

Vorerst gilt es überhaupt, die drei Spiel gegen die Republik Moldau (1. September, Chisinau), Israel (4. September, Haifa) und Schottland (7. September, Wien) bestmöglich zu überstehen. Nach den ersten drei Spielen im Frühjahr steht die Mannschaft schon etwas unter Zugzwang, in Gruppe F hält sie nach je einem Sieg gegen die Färöer, einem Remis gegen Schottland sowie einer (heftigen 0:4-)Niederlage gegen Dänemark nur bei Platz vier.

"Wir müssen gewinnen", betont Foda, allzu große Sorgen macht er sich aber nicht. "Wir hatten diese Situation schon einmal, auch in der EM-Qualifikation standen wir nach den ersten Spielen mit dem Rücken zur Wand und haben dann sechs von sieben Partien gewonnen."

Der Rest ist rot-weiß-rote Fußballgeschichte. Und auf die will man nun aufbauen. Alles im Sinne der Nachhaltigkeit.