Rapid hat zum neunten Mal in der Club-Geschichte den Sprung in die Fußball-Europa-League geschafft. Die Hütteldorfer setzten sich am Donnerstag in Saporischschja gegen Sorja Luhansk mit 3:2 (2:1) durch und behielten nach dem Hinspiel-3:0 im Play-off klar mit 6:2 die Oberhand. Marco Grüll (10.) und Leo Greiml (15.) trafen früh für die Gäste, Taxiarchis Fountas (68.) erzielte das dritte Tor. Für die Ukrainer trafen Oleksander Gladkyj (40.) und Shahab Zaheditabar (87./Elfmeter).

Die Auslosung geht am Freitag in Istanbul über die Bühne, die erste Partie findet am 16. September statt. Schon zuvor hat Rapid mit dem Erreichen einer europäischen Gruppenphase ein großes Saisonziel erreicht. Nachdem man in der Qualifikation zur Champions League an Sparta Prag gescheitert war, belohnte man sich nach erfolgreichen Auftritten gegen Anorthosis Famagusta und jetzt Luhansk mit einem Platz im zweitwichtigsten Europacup-Bewerb. Dort wartet ein Startgeld von 3,63 Millionen Euro, für jeden Sieg kommen 630.000 Euro, für jedes Remis 210.000 Euro dazu. Luhansk muss sich mit einem Startplatz in der neuen "drittklassigen" Conference League zufriedengeben.

Gartler in dieser Saison das erste Mal im Tor

Rapid-Trainer Dietmar Kühbauer nahm gegenüber dem aufgrund vieler vergebener Luhansk-Großchancen schmeichelhaften Erfolg im Hinspiel in Wien nur eine Änderung vor. Für den an der Schulter angeschlagenen Richard Strebinger rückte Paul Gartler zum ersten Mal in dieser Saison ins Tor. Der Schwung von den jüngsten beiden 3:0-Triumphen - am Sonntag in der Liga zu Hause gegen Ried - konnte in die Ukraine mitgenommen werden. Der Start hätte besser nicht verlaufen können.

Fountas spielte nach Greiml-Pass ideal in den Lauf für Grüll, der aufs Tor zulief und Goalie Mykyta Schewtschenko mit einem Schuss ins kurze Eck aus sechs Metern keine Chance ließ. Luhansk testete fast im Gegenzug mit einem Buletsa-Weitschuss erstmals Gartler (12.). Effizienter blieben aber die Wiener, die auch die zweite Chance verwerteten. Eine Grüll-Ecke wurde von Maximilian Hofmann glücklich in Richtung Greiml abgelenkt, der aus zehn Metern einschoss.

Wieder war Luhansk gleich nach einem Gegentor brandgefährlich, doch Gladkyj zielte aus vier Metern über das Tor (18.). Sonst kontrollierten die Rapidler gut das Geschehen und hätten auch noch deutlicher in Führung gehen können. Schewtschenko konnte sich bei einem Fountas-Schuss und einem Ljubicic-Abschluss aufs kurze Eck (jeweils 27.) aber auszeichnen.

In der Abwehr standen die Wiener mit einer Ausnahme sicher. Nach einem Buletsa-Freistoß konnte Gladkyj im Strafraum ziemlich unbedrängt einköpfeln. Wirklich nachlegen konnten die Ukrainer nach dem Seitenwechsel vorerst nicht, die einzige Topchance fand über weite Strecken Dmytro Chomtschenowskyj vor, der aus bester Position drüberschoss (53.). Rapid setzte auf Konter und spielte einen davon perfekt aus. Ercan Kara legte uneigennützig quer auf Kara, der keine Mühe hatte aus kurzer Distanz zu vollenden.

Turbulente Schlussphase

In der Schlussphase wurde es noch einmal turbulent. Nach einem Zweikampf von Filip Stojkovic mit Zaheditabar im Strafraum pfiff Schiedsrichter Istvan Kovacs einen fragwürdigen Elfmeter, den der Iraner selbst verwertete. Nicht einmal zwei Minuten später durfte sich dieser nach einem Schuster-Handspiel wieder vom Punkt versuchen, fand diesmal aber seinen Meister in Gartler. Der hielt damit den Rapid-Sieg fest, der auch für die UEFA-Fünf-Jahreswertung wichtig ist.

Rapid setzte sich damit zum zweiten Mal - nach 1996 gegen Dynamo Kiew (Champions League) - in einem K.o.-Duell gegen einen ukrainischen Vertreter im Europacup durch. Dadurch bleiben die Wiener gemeinsamer Rekord-Teilnehmer in der Europa League. Zum neunten Mal sind heuer auch Lazio Rom und PSV Eindhoven (Philipp Mwene) dabei. (apa)