Der Fußball-Weltverband Fifa hat bekanntgegeben, die "extrem herausfordernde" Ausreise von Athleten aus Afghanistan nach der Machtübernahme der Taliban zu verhandeln. "Der Fifa-Präsident und der Generalsekretär verfolgen die Situation genau und arbeiten unermüdlich mit den Regierungen und relevanten Organisationen zusammen, um die Gefährdeten aus Afghanistan zu bekommen", so ein Sprecher der Fifa am Donnerstag.

Dennoch wird Kritik am Weltverband geübt: Die ehemaligen afghanischen Nationalspielerinnen Shabnam Ruhin, Mina Ahmadi und Mariam Gitti Ruhin, die in Deutschland leben, forderten Hilfe: "Wir sind von der Fifa sehr enttäuscht, die Hilfeschreie sind da und die hört man auch - die sind laut. Aber die Fifa ist immer ein Stück zu spät", sagte Mariam Gitti Ruhin gegenüber dem TV-Sender Sky Sport.

Mithilfe der internationalen Spielergewerkschaft FifPro hatte Australien vor einigen Tagen mehr als 50 afghanische Athletinnen sowie Personal und Familienangehörige ausgeflogen. "Unsere Hoffnung ist, dass die Mädels, denen es gelungen ist zu fliehen, nicht alleine gelassen werden und dass die Fifa ihnen Hilfe gibt, dass es eine Möglichkeit gibt, dass die Mädels nicht das Gefühl haben, das war es mit der Nationalmannschaft. Wir haben unsere Träume in Afghanistan gelassen und jetzt wissen wir nicht wohin mit uns", meinte Ahmadi.

Nach der Machtübernahme der Taliban werde der Frauenfußball in Afghanistan laut Shabnam Ruhin keine Chance mehr haben. "In der Idealvorstellung der Taliban besteht kein Frauensport, geschweige denn Frauenfußball. Das ist tatsächlich eine Sache, die komplett zerstört wurde und in naher Zukunft nicht mehr aufgebaut werden kann." (apa)