Der Europacup hat noch nicht einmal so richtig begonnen, da hat er für den österreichischen Fußball schon einen großen Erfolg gebracht: Weil sich Rapid (mit dem Gesamtscore von 6:2 gegen Sorja Luhansk) und Sturm Graz (5:1 gegen NS Mura) für die Gruppenphase der Europa League qualifiziert haben, der LASK (3:1 gegen St. Johnstone) in jener der neu geschaffenen Conference League dabei ist und Red Bull Salzburg wie in den vergangenen beiden Jahren in der Champions League mitmischen darf, ist man in der für die internationalen Startplätze entscheidenden Uefa-Fünf-Jahresliste auf den achten Platz geklettet.

Hält man eine Platzierung unter den Top Ten, hat der Meister 2023 ein Ticket für die Champions-League-Gruppenphase ebenso wie nach dieser Saison fix. Und das ist durchaus nicht unwahrscheinlich: Mit vier Klubs in den internationalen Gruppenphasen gibt es insgesamt 24 Spiele, in denen die Österreicher kräftig Punkte sammeln können. Gefahr droht lediglich von den Schotten, die allerdings nur drei Europacup-Teilnehmer stellen, Russen und Ukrainern.

"Dass wir zum zweiten Mal in Folge vier Klubs in den europäischen Gruppenphasen dabei haben, ist ein starkes Zeichen", sagt Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer, der diese Tatsache als Zeichen der Stärke einer oftmals unterschätzten Liga wertet.

Doch so bemerkenswert die Platzierung in der Nationenliste auch ist - seit 34 Jahren war Österreich nicht mehr so gut gereiht -, so schwierig wird das Unterfangen Aufstieg vor allem für Rapid und Sturm. Die Wiener wurden am Freitag in eine Gruppe mit Dinamo Zagreb, KRC Genk und West Ham United gelost; die Grazer bekommen es mit AS Monaco, PSV Eindhoven (mit Neo-Teamspieler Philipp Mwene) und Real Sociedad zu tun. Eine Etage tiefer geht es in der Conference League für den LASK gegen Maccabi Tel Aviv, Alashkert FC aus Armenien und HJK Helsinki. Der Modus des neuen Bewerbs sieht vor, dass der Gruppensieger direkt ins Achtelfinale kommt, der -zweite spielt im Sechzehntelfinale gegen einen Pooldritten aus der Europa League.

"Neue Champions League"

Für Salzburg war die Auslosung schon einen Tag vorher über die Bühne gegangen. Angesichts anderer Champions-League-Gruppen mit Manchester City, Paris Saint-Germain, RB Leipzig und Club Brügge (A) oder Bayern München, FC Barcelona, Benfica Lissabon und Dynamo Kiew (E) braucht man sich über das Los, das den Salzburgern ab 14./15. September den französischen Überraschungsmeister Lille, Sevilla und Wolfsburg als Gegner beschert hat, wohl nicht zu beschweren.

Während Salzburg trotz abermals veränderter Mannschaft schon einiges an Europacup-Erfahrung aus den vergangenen Jahren mitbringt, ist es für Sturm nach zehn Jahren ein Comeback in einer Gruppenphase. Dementsprechend groß ist die Vorfreude: "Wir sind zufrieden: ein Top-Team aus Frankreich, ein Top-Team aus Spanien, ein Top-Team aus den Niederlanden. Das ist eine super Herausforderung und Plattform für unsere jungen Spieler, sich zu zeigen. Die Sturm-Fans können sich auf diese großen Gegner richtig freuen", sagt Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker.

Die auf 32 Mannschaften reduzierte Europa League ist für ihn ohnehin "die neue Champions League, da sind Riesenmannschaften dabei. Die Marktwerte sind zehnmal so groß wie bei uns."

Von einer "sehr interessanten Gruppe, in der wir mit Sicherheit Außenseiter sind", spricht Rapids Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic. Trainer Dietmar Kühbauer freut sich besonders auf die Duelle mit Traditionsklub West Ham: "Das ist eine englische Spitzenmannschaft. Da ist die Herausforderung für uns schon sehr groß."(apa/art)