Die englische Fußball-Nationalmannschaft konnte am Donnerstag einen ungefährdeten 4:0-Sieg im WM-Qualifikationsspiel gegen Ungarn einfahren. Der klare Erfolg hatte jedoch einen üblen Beigeschmack: Dortmund-Profi Jude Bellingham und Manchester-City-Star Raheem Sterling wurden mehrmals mit Affenlauten und entsprechenden Gesten verunglimpft.  

Es ist nicht das erste Mal, dass Ungarns Fußballfans mit rassistischem Verhalten auf sich aufmerksam machen. Aufgrund diskriminierender Schmähungen bei den EM-Gruppenspielen gegen Deutschland, Frankreich und Portugal wurde der ungarische Verband von der UEFA bereits mit zwei Geisterspielen bedacht. Die Partie am Donnerstag fiel jedoch in den Zuständigkeitsbereich der FIFA und konnte vor ausverkauften Rängen in der Budapester Puskás-Arena über die Bühne gehen.

Englische Spieler waren vorbereitet

Der englische Fußballverband zeigte sich erbost und reichte umgehend Beschwerde beim Weltverband ein. Gareth Southgate, Chefcoach der Three Lions, erinnerte bereits im Vorfeld der Partie an die rassistischen Vorkommnisse in England im Zuge der verschossenen Elfmeter beim EURO-Finale: "Wir haben eigene Probleme, die wir zunächst lösen müssen. Ich mag es nicht, auf andere Länder zu schauen, wenn wir vor unserer eigenen Haustüre kehren sollten." Seine Spieler seien jedoch auf entsprechendes Verhalten beim Gastspiel in Ungarn vorbereitet gewesen. Bereits in der Vergangenheit waren englische Nationalspieler bei Auswärtsspielen etwa in Montenegro und Bulgarien rassistisch beleidigt worden. Nach dem Finale der Europameisterschaft wurden auch in Großbritannien die drei dunkelhäutigen englischen Fehlschützen im verlorenen Elfmeterschießen gegen Italien in sozialen Medien rassistisch angegriffen. 

Am Freitagmorgen meldete sich dann auch der britische Premierminister Boris Johnson zu Wort. Er nannte die Vorfälle "beschämend" und forderte Konsequenzen. Diese kündigte die FIFA am Freitag an. "Die FIFA lehnt jegliche Form von Rassismus und Gewalt strikt ab und hat eine klare Null-Toleranz-Haltung für ein derartiges Verhalten im Fußball".

Die englische Mannschaft zeigte sich von den Schmähungen unbeeindruckt. Sterling, Kane, Maguire und Rice sorgten für die Tore beim souveränen 4:0-Sieg. Die Engländer stehen damit nach vier Spielen mit dem Punktemaximum an der Tabellenspitze von Qualifikations-Gruppe I. (apa / scm)