Das Besondere an WM- (oder EM-) Qualifikationsspielen ist ja, dass sie immer wieder für unerwartete Wendungen und Überraschungen sorgen. So geschehen wieder am vergangenen Wochenende, als etwa die österreichische Nationalelf gegen Israel 2:5 unterging. Wobei, dass es beim ÖFB-Team in der Abwehr und beim Abschluss immer wieder hapert, ist nicht neu. Sehr wohl neu sind aber die Erkenntnisse, welche hier die Auftritte so mancher Top-Mannschaft zuletzt zu Tage gefördert haben.

Man nehme Frankreich als Beispiel. Der amtierende Weltmeister kam am Samstagabend in der Ukraine über ein 1:1-Remis nicht hinaus und wartet wettbewerbsübergreifend seit fünf Pflichtspielen auf einen vollen Punkteerfolg. Den bisher letzten Sieg schaffte man bei der EM, als das Team von Trainer Didier Deschamps gegen Deutschland gewann. Nun ist die Equipe gegen Finnland gefordert (Dienstag, 20.45 Uhr).

Das erste Mal in dieser Qualifikation Punkte abgeben musste die Schweiz. Die Eidgenossen lieferten den Azzurri am Sonntag in Basel (0:0) ein offenes Duell. Goalie Yann Sommer parierte in der 53. Minute einen Elfer von Jorginho und war auch ansonsten mehrmals am Posten. Die Schweiz hat bei zwei weniger ausgetragenen Partien nur vier Zähler Rückstand auf Italien, das immerhin mit 36 Partien ohne Niederlage in Folge den bisherigen Rekordhalter Brasilien hinter sich ließ.

Den Ungarn, deren Fans beim jüngsten Spiel gegen England mit rassistischen Beleidigungen auffielen, bescherte ausgerechnet Albanien Ungemach. Die Skipetaren katapultierten sich mit einem 1:0 in Tirana überraschend auf den dritten Tabellenrang der Gruppe I und liegen nur einen Punkt hinter Polen und zwei vor Ungarn.

Adeyemi debütiert mit Tor

Kantersiege holten nicht ganz unerwartet Spanien, England, Polen und Deutschland. Vor allem letzteres Team ist wenige Tage nach dem mauen 2:0 gegen Liechtenstein in der WM-Qualifikation in gewohntes Fahrwasser zurückgekehrt - mit einer kleinen Überraschung aus heimischer Sicht. Den Endstand beim 6:0-Heimsieg über Armenien erzielte mit Debütant Karim Adeyemi just der 19-jährige Jungstar von Österreichs Meister Salzburg. Die DFB-Elf übernahm nach dem zweiten Spiel unter Trainer Hansi Flick die Tabellenführung in Gruppe J.(rel)