Einen erwischt es meist immer. Gemeint ist, dass es für eine der großen Fußballnationen aus Europa zuschauen heißt, wenn bei Endrunden-Turnieren um den Pokal gekämpft wird - wie zuletzt Italien 2018 in Russland. Auch bei der laufenden WM-Qualifikation taten sich anfangs einige Kapazunder schwer, doch nun - kurz vor dem Gruppenfinish - wären tatsächlich alle bei der Auslosung in Topf eins gesetzten Nationen in Katar mit dabei. Davon profitiert auch Österreich - ein Überblick.

Gruppe A: Drei Spiele vor Schluss ist das Direktticket Portugals mit zwei Punkten vor Serbien abgesichert, nachdem die Balkan-Kicker zuletzt in Irland nur remisiert haben. Allerdings: Am 14. November könnte sich noch alles drehen, wenn Cristiano Ronaldo und Co. die Serben zum Heimduell empfangen.

Gruppe B: Durch den Patzer der Schweden in Griechenland (1:2) sind die topgesetzten Spanier wieder auf Kurs, wiewohl der Vier-Punkte-Polster täuscht: Denn die Wikinger haben zwei Spiele weniger ausgetragen. Auch hier könnte das direkte Duell am letzten Spieltag entscheiden - und auch da haben die Iberer Heimrecht.

Gruppe C: Ähnlich die Situation in der Europameister-Gruppe: Die Azzurri haben mit dem 5:0 über Litauen erstmals seit dem Titel drei Punkte geholt und damit die in Nordirland schwächelnde Schweiz (0:0) um bereits sechs Zähler abgehängt - allerdings haben die Eidgenossen auch zwei Matches weniger ausgetragen. Auch hier genießt die topgesetzte Nation beim Showdown am 12.November Heimvorteil.

Gruppe D: Die zuletzt schwächelnden Franzosen profitieren auch von den Patzern der Konkurrenz: Während der Weltmeister 12 Punkte auf dem Konto hat, kommen die Ukrainer und Finnen (je 5) so wie die Bosnier (3) einfach nicht vom Fleck.

Gruppe E: Wieder einmal souverän präsentieren sich die Belgier in der Qualifikationsphase: Erst ein Zähler wurde abgegeben, das Torverhältnis beträgt nach sechs Runde 21:4, die Konkurrenz ist längst abgehängt. Die Tschechen und Waliser rittern neun Punkte zurück nur noch um Platz zwei.

Gruppe F: In der Österreich-Gruppe ist (leider) schon alles entschieden: Das Direkt-Ticket kann nur noch rein rechnerisch nicht an die Dänen gehen, die sechs Siege und 22:0 Tore auf dem Konto haben. Mit einem Sieg in Moldawien am 9. Oktober, unmittelbar vor dem Auftritt der ÖFB-Elf in Kopenhagen, wäre das WM-Ticket unter Dach und Fach. Um Rang zwei rittern Schottland (11) und Israel (10) - die Franco-Foda-Elf wird es schwer haben, mit derzeit 7 Punkten in dieses Duell noch einzusteigen.

Gruppe G: Die Niederländer haben sich nach verpatztem Beginn an die Spitze zurückgebombt und sich mit dem 6:1 gegen die Türken für die Auftaktpleite mehr als revanchiert. Allerdings sitzen den Oranje Erling Haalands Norsker im Nacken, die punktegleich (13) Zweite sind. Auch in dieser Gruppe kommt das Beste zum Schluss, wenn am 16. November die Norweger, die zuvor allerdings noch in die Türkei müssen, in Holland gastieren.

Gruppe H: Auch Vizeweltmeister Kroatien ist nach dem 3:0 im Prestigeduell gegen Slowenien wieder in der Pole Position - allerdings sind die punktegleichen Russen (13) und Slowaken (9) noch im Rennen. Auch in diesem Pool könnte sich alles erst am letzten Spieltag entscheiden, wenn die Kroaten die Russen empfangen.

Gruppe I: Vize-Europameister England hat zwar am Mittwoch beim 1:1 in Polen erstmals nicht gewonnen, das WM-Ticket liegt für die Mannen von Gareth Southgate bei vier Punkten Vorsprung auf Albanien und einem leichten Restprogramm aber griffbereit. Das Verfolgerfeld ist dicht gedrängt, denn außer den Albanern (12) sind auch die Polen (11) und Ungarn (10) noch im Rennen.

Gruppe J: Unter Hansi Flick hat sich die DFB-Elf nach der Jahrhundert-Heimpleite gegen Nordmazedonien wieder erfangen: Der 4:0-Sieg auf Island bescherte den dritten Sieg im dritten Flick-Spiel und damit souverän den Gruppenplatz an der Sonne. Vier Punkte Vorsprung auf Armenien (11) sind es bereits, für das es wohl genauso nur noch um Rang zwei geht wie für Rumänien (10) und Nordmazedonien (9).

Dass sich die Favoriten durchsetzen, freut auch Österreich: Damit ist der Play-off-Joker-Platz via Nations League de facto nicht mehr zu nehmen (vom Quintett Italien, Spanien, Belgien, Frankreich und Wales müssten zwei Nationen aus den Top Zwei fliegen). Und: Das Zwölferfeld im März um drei WM-Restplätze ist damit nicht so hochkarätig besetzt.