Der LASK kommt einfach nicht zur Ruhe. Nach der Entlassung von Trainer Dominik Thalhammer machten Anfang der Woche Plagiatsvorwürfe gegen Präsident Siegmund Gruber die Runde. Hinzu kommt eine veritable sportliche Krise. In den jüngsten vier Ligarunden konnte man lediglich einen Zähler holen und rangiert auf dem vorletzten Tabellenrang. Zu wenig für die Ambitionen der Linzer. Am heutigen Donnerstag will der LASK in der Conference League unter Neo-Trainer Andreas Wieland zurück auf die Siegerstraße finden. Die Schwarz-Weißen gastieren beim finnischen Meister HJK Helsinki (live auf Sky, 18.45 Uhr). Viel Zeit für großartige Veränderungen nach dem 0:2 bei der Wiener Austria blieb dem neuen Headcoach allerdings nicht. Am Montag leitete er seine erste Übungseinheit ausschließlich mit Spielern, die gegen die Veilchen nicht zum Einsatz kamen. Einzig das Abschlusstraining fand in voller Besetzung statt. Der 38-Jährige will laut Eigenaussage in den nächsten Wochen vor allem auf Einzelgespräche setzen. Die Basics sollen beim LASK wieder in den Vordergrund treten, das Spiel soll einfacher gehalten werden.

Mut machen den Linzern insbesondere die jüngsten Europacup-Auftritte. 2019/20 konnte man sich in einer mit PSV, Sporting und Rosenborg Trondheim stark besetzten Gruppe als Erster durchsetzen. Im Sechzehntelfinale schalteten die Linzer AZ Alkmaar aus. Im Vorjahr sorgte man unter anderem mit einem spektakulären 3:3-Unentschieden gegen Tottenham für Aufsehen. An diese Erfolge wollen die Laskler nun in der neu geschaffenen Conference League wieder anknüpfen. Die Gruppe mit Maccabi Tel Aviv aus Israel, dem armenischen Vertreter Alashkert und HJK ist durchaus machbar. Ein erster Sieg soll bereits heute in Helsinki her. Dafür müssen die Linzer aber ihre verloren gegangene Form zügig finden.

Einen Etappensieg konnte indes Ex-LASK-Vizepräsident Jürgen Werner für sich verzeichnen. Das Protestkomitee der österreichischen Bundesliga hat den Fall Jürgen Werner für eine neuerliche Entscheidung an den Senat 2 zurückverwiesen. Dieser hatte am 18. Juni eine Funktionssperre gegen den ehemaligen Linzer Funktionär ausgesprochen, weil dieser mit den ÖFB-Statuten unvereinbare Paralleltätigkeiten als Funktionär ausgeübt haben soll. Werner legte dagegen Protest ein. Nun seien der Senatsbeschluss und die Sperre aufgehoben, erklärte die Liga am Donnerstag. Die Entscheidung des Protestkomitees sei im Wesentlichen darin begründet, dass in der Sache noch zu klären sei, "ob jene Unternehmen, an denen Jürgen Werner parallel zu seiner Funktion beim LASK beteiligt war beziehungsweise bei welchen er eine Funktion innehatte, im relevanten Zeitraum tatsächlich als Spielervermittler im Sinne der einschlägigen Bestimmungen tätig waren" (scm)