Für Trainer Mauricio Pochettino war es "klar", für die Fans und wohl auch die katarischen Eigentümer von Paris Saint-Germain eher enttäuschend. Denn der erste gemeinsame Champions-League-Auftritt von Lionel Messi, Kylian Mbappe und Neymar für die Pariser hielt bei weitem nicht das, was sich viele davon versprochen hatten. Beim Auftakt zur Königsklasse am Mittwochabend gab es für PSG in Gruppe A gegen Club Brügge nur ein mageres 1:1.

Anstatt ein Offensivfeuerwerk zu zünden, blieben die magischen drei, von denen Mbappe allerdings wegen einer Knöchelblessur ausgetauscht werden musste, weitgehend farblos. Neymar und Messi probierten es zwar immer wieder über die Flügel, viel mehr als ein Lattenschuss Messis kam dabei aber nicht heraus. Pochettino bat daher um etwas, für das die Klub-Eigner in der Vergangenheit eher nicht bekannt waren: Geduld. "Wir brauchen Zeit, um ein Verständnis füreinander zu entwickeln. Wir müssen ein Team kreieren", sagte der Argentinier, räumte aber auch ein: "Wir hatten heute keinen guten Abend."

Klare Siege für ManCity und Ajax

Ganz anders erging es da Gruppengegner Manchester City, der ebenfalls heuer erstmals nach der Krone im europäischen Klubfußball greifen will. Mit einem 6:3 gegen den kriselnden RB Leipzig setzte sich der Champions-League-Finalist der Vorsaison nicht nur vorerst an die Tabellenspitze, er sendete auch ein deutliches Signal an die Konkurrenz aus.

Außer diesem Ergebnis sowie dem 5:1-Auswärtssieg von Ajax Amsterdam bei Sporting in Gruppe C gab es durchwegs knappe Resultate - bis hin zu einer faustdicken Überraschung: Champions-League-Debütant Sheriff Tiraspol gewann gegen die wesentlich erfahreneren Ukrainer von Schachtar Donezk mit 2:0 - und ist damit sogar erster Tabellenführer in Pool D.

Alaba will das Positive betonen

Real Madrid gewann im Parallelspiel durch ein Rodygo-Tor in Minute 89 mit 1:0 bei Inter, tat sich aber äußerst schwer mit dem italienischen Meister. "Man hat sehr gut sehen können, dass es kein einfaches Spiel war", sagte ÖFB-Legionär David Alaba, der in der Innenverteidigung aufgeboten wurde. Dennoch bemühte sich der Wiener, das Positive herauszustreichen. "Das, glaube ich, zeichnet uns irgendwo auch aus, dass wir immer an unsere Qualitäten glauben und nie aufhören zu versuchen, unser Spiel durchzusetzen", sagte er. "Wir hatten speziell in der ersten Halbzeit Schwierigkeiten, sind dann in der zweiten Halbzeit besser rausgekommen, und dementsprechend war dann auch das Ergebnis."

Im zweiten Duell klingender Namen gab es ebenfalls eine Niederlage für einen Mailänder Klub. Milan musste sich Liverpool mit 2:3 geschlagen geben. Die Erleichterung bei Reds-Coach Jürgen Klopp war groß: "Man braucht offensichtlich jeden Punkt, um durchzukommen", sagte er. Das sollte auch PSG zu denken geben. (art/apa)