Es gibt eine schlechte und ziemlich viele gute Nachrichten an der heimischen Fußballfront: Wenn die Herren schon nicht dafür sorgen, dann zumindest die Damen, die mit einem 8:1-Sieg über Lettland in die Qualifikation gestartet und auch im zweiten Spiel gegen Nordmazedonien am Dienstag (18 Uhr/ORF Sport+) in Skopje klare Favoritinnen sind.

Das Spiel gegen Lettland, das schließlich in dem klaren Auftaktsieg und lachenden Gesichtern bei den Österreicherinnen gemündet ist, war zwar nicht jener Spaziergang, nach dem es vielleicht beim Blick auf das Ergebnis den Anschein hat, brachte für Teamchefin Irene Fuhrmann aber wichtige Erkenntnisse: Auch nach zähem Beginn ist die Equipe dank ihrer Routine, die sie sich in den vergangenen Jahren erarbeitet hat, in der Lage, zu ihrer Sicherheit zurückzufinden, der Kader ist mittlerweile so breit, dass auch Wechselspielerinnen stets für frischen Wind sorgen können, und die Integration der Jungen ist fortgeschritten, was auch mit Blick auf das U19-Team, das sich am Sonntag Italien in einem Freundschaftsspiel nur knapp mit 3:4 geschlagen geben musste, weitere Perspektiven für die Zukunft eröffnet.

Trotzdem erhofft sich Fuhrmann eine Steigerung; Abstimmungsprobleme, wie sie zwischen Torfrau Manuela Zinsberger und der Verteidigung zum Gegentreffer geführt haben, sollten gegen stärkere Gegner - vor allem hinsichtlich der noch bevorstehenden Spiele gegen die Gruppenfavoritinnen aus England - tunlichst vermieden werden. "Wir haben uns auch durch Passfehler das Leben selbst schwer gemacht", resümierte die Teamchefin. "Wir sind nicht hundertprozentig zufrieden."

"Unangenehm zu bespielen"

Die Suche nach den fehlenden Prozent geht nun gegen Nordmazedonien weiter; eine Mannschaft, die man, geht es nach den jüngsten Duellen, die Österreich mit 3:0 gewann, und der Weltrangliste, ebenso klar schlagen müsste.

Als Nummer 21 sind die EM-Teilnehmerinnen aus Österreich klar vor den Mazedonierinnen, die nur Rang 131 bekleiden und die der Außenseiterrolle auch beim 0:8 gegen England zum Auftakt vollauf gerecht geworden sind. Dennoch warnt Fuhrmann: "Wir wissen, wie unangenehm das Team zu bespielen ist. Sie gehen hart in die Zweikämpfe und spielen gerne auf Zeit, um unseren Spielrhythmus zu brechen. Es gilt, geduldig und entschlossen zu bleiben."

Angeführt wird die ÖFB-Truppe wieder von Sarah Puntigam, die als Rekord-Internationale (bei Frauen und Männern) mit ihrem 110. Länderspiel am Freitag Nina Burger abgelöst hat, und Stürmerin Nicole Billa, die ebenfalls für einen persönlichen Meilenstein gesorgt hat.

Nach ihrem Doppelpack hält Billa bei 31 Toren im Nationalteam, womit sie die bisherige Nummer zwei, Gertrud Stallinger, abgelöst hat. Burger ist zwar mit 53 Toren vorerst noch außer Reichweite, wenn Billa ihr gegen Nordmazedonien näherkäme, hätte sie aber wohl auch nichts dagegen.

Für Fuhrmann wäre es nicht nur ein passendes Vorab-Präsent zu ihrem 41. Geburtstag, sondern eine weitere gute Nachricht. Und mit der ließe es sich schon einigermaßen entspannt in die weitere Zukunft des rot-weiß-roten Frauenfußballs blicken.