Drei Tage nach dem hart erkämpften Aufstieg ins Cup-Achtelfinale wartet auf Rapid der nächste Kraftakt. Die Hütteldorfer treffen am Sonntag (17 Uhr) im Allianz-Stadion auf den Tabellenzweiten Sturm Graz, der sich in den vergangenen Wochen als erster Herausforderer von Red Bull Salzburg etabliert hat. Rapid hingegen liegt nach acht Runden mit neun Punkten Rückstand auf die Steirer nur an neunter Stelle.

Dieser Umstand bringt Trainer Dietmar Kühbauer in eine unangenehme Lage, selbst wenn aufgrund des 2:1 nach Verlängerung im Cup bei der Admira etwas Durchatmen angesagt war. "Wir stehen unter permanentem Druck, was normal ist bei Rapid. Da ist es wichtig, im Kopf klar zu bleiben." Er selbst könne mit der Situation ganz gut umgehen, sagte Kühbauer. "Ich bin ziemlich in der Mitte, habe schon schwierigere Dinge erlebt." Sollte er einmal seinen Posten bei Rapid räumen müssen, "kann ich eh nichts machen. Ich glaube, dass ich eine gute Mannschaft hinterlassen würde, die funktioniert."

Ein Erfolg über Sturm würde Kühbauers Position jedenfalls festigen, nur präsentierten sich die Grazer zuletzt in bester Form. "Es kommt ein Gegner, der es im Moment gut macht, sich im Sommer sehr gut verstärkt hat und verdient Zweiter ist. Trotz allem haben auch wir ein gutes Team. Es wird ein Spiel, in dem Kleinigkeiten entscheiden. Wir werden alles aufbieten, was in uns steckt", versprach der Burgenländer.

Das Duell mit Sturm ist für Rapid das 18. Pflichtspiel in dieser Saison, kein anderer heimischer Verein kommt auf diese Zahl. Durch die ständigen englischen Wochen geht es in den Trainings vor allem um Regeneration. "Jeder braucht Abläufe und Wiederholungen, aber die sind im Moment nicht gegeben", meinte Kühbauer.

Gleichzeitig wies der 50-Jährige darauf hin, dass seine Truppe gegen die Admira in der Verlängerung ihre gute körperliche Verfassung unter Beweis stellte. "Wir waren die frischere Mannschaft." Frische ist auch am Sonntag gefragt, um von den unteren Tabellenregionen wegzukommen und sich in Richtung Meistergruppen-Plätze zu orientieren. "Dass wir unter dem Punkteschnitt sind, darüber brauchen wir nicht zu reden. Aber das Schlimmste wäre, wenn man nur auf die Tabelle schaut und alles schlechtredet."

Auch Sturm ist "hungrig"

Davon ist auch Sturm-Sportdirektor Andreas Schicker überzeugt. "Man darf sich vom Tabellenstand nicht täuschen lassen. Rapid gehört zu den besten Mannschaften der Liga." Trainer Chistian Ilzer freut sich auf "ein absolutes Highlight für alle im Verein. Wir spüren den Hunger auf einen Auswärtserfolg in Hütteldorf und wollen wieder alles auf den Platz bringen", erklärte der Steirer.