Rapid befindet sich in der Fußball-Bundesliga weiter im Sturzflug. Die Hütteldorfer kassierten am Sonntag zum Abschluss der neunten Runde durch Tore von Kelvin Yeboah (38.), Jon Gorenc-Stankovic (71.) und Ivan Ljubic (82.) eine 0:3-Heimniederlage gegen Sturm Graz und sind nach der dritten Meisterschaftspleite in Folge punktegleich mit Schlusslicht Tirol Vorletzter.

Die Steirer hingegen etablierten sich als erster Salzburg-Verfolger, liegen weiterhin sieben Zähler hinter den Salzburgern und schon acht Punkte vor dem Dritten Austria Klagenfurt. Die Grazer holten damit aus den jüngsten acht Runden sechs Siege und zwei Unentschieden. Rapid hingegen ergatterte aus den vergangenen vier Liga-Partien nur ein Punkt. Für die Grün-Weißen geht es am Donnerstag in der Europa League gegen West Ham weiter. Auf Sturm wartet am Donnerstag in der Europa League das Heimmatch gegen PSV Eindhoven, das man nun trotz des möglichen Fehlens von Jakob Jantscher guter Dinge in Angriff nimmt.

Die Wiener Austria kann sich indessen nach dem Ausscheiden aus dem internationalen sowie dem Cup-Geschehen voll auf die Meisterschaft konzentrieren. In dieser haben sich die Wiener in einer verrückten Partie in Hartberg den erst zweiten Saisonsieg gesichert. Die Favoritner setzten sich am Sonntag in der Profertil Arena in einem Torspektakel mit 4:3 durch. Damit konnte sich die Truppe von Coach Manfred Schmid zumindest etwas für das blamable Ausscheiden in der zweiten ÖFB-Cup-Runde bei Zweitligist Kapfenberg rehabilitieren und schaffte in der Tabelle mit nun elf Punkten den Sprung auf Rang fünf. Marco Djuricin mit einem Doppelpack (6., 21.), Manfred Fischer (12.) und Markus Suttner (70.) schossen die trotz einer Fünferkette in der Defensive sehr anfälligen Wiener zum Sieg. Für die Steirer waren Treffer von Dario Tadic (8., 80.), der nun bei 51 Bundesligatoren hält, und Donis Avdijaj (45.+8) zu wenig, um Zählbares mitzunehmen. Gespielt wurde aufgrund zahlreicher Unterbrechungen wegen Rauchentwicklung im Austria-Sektor insgesamt rund 105 Minuten - und das nach den mehr als 120 Minuten in Kapfenberg am Dienstag, wo im Elfmeterschießen das Aus gekommen war.

Auch der LASK hat den Kopf vorerst aus der Schlinge gezogen und mit einem 3:1 gegen die Admira den zweiten Saisonsieg in der Liga gefeiert. Trainer Andreas Wieland hatte nach dem Cup-Erfolg gegen Regionalligist Stripfling trotz des 3:0 die Leistung kritisiert und eine Steigerung gefordert. Davon war aber in der ersten Hälfte nichts zu sehen, im Gegenteil: Die Linzer wirkten verunsichert, waren fehleranfällig, offensiv harmlos und hatten bei den Angriffen der Gäste große Probleme, der 0:1-Rückstand zur Pause nach einem von Roman Kerschbaum verwandelten Elfmeter war die beinahe logische Folge. Die Linzer wurden mit Pfiffen in die Pause begleitet, kamen aber wie verwandelt aus der Kabine - und bald nach Wiederbeginn zum Ausgleich. Nach einem Antritt von Thomas Goiginger verwertete Mamoudou Karamoko den Stanglpass (47.). Die Heimischen setzten nach und gingen durch Sascha Horvath, der sehenswert sein erstes Tor für seinen neuen Klub erzielte, in Führung (63.). Erstmals in dieser Saison durften die Linzer Fans damit über mehr als einen Treffer jubeln. Kurz darauf wackelte die Führung zwar, doch Goiginger machte in der 88. Minute schließlich alles klar, womit sich der LASK doch noch über den vor dem Conference-League-Spiel gegen Maccabi Tel Aviv ersehnten Befreiungsschlag freuen durften.

Salzburgs "alle Neune"

Mit viel Selbstvertrauen geht auch Salzburg in die Europacup-Woche: Vor dem Duell mit Lille in der Champions League am Mittwoch feierte der heimische Serienmeister mit dem 2:0 beim WAC den neunten Sieg im neunten Ligaspiel - mehr geht für den vor der Saison nicht ganz unumstrittenen Jungtrainer Matthias Jaissle nicht. Auf Lille, das in der Liga zu Saisonbeginn etwas schwächelte, am Wochenende aber 2:1 gegen Racing Straßburg gewann, ist man gut vorbereitet, sagt Jaissle. "Unsere Analysten haben einen sehr guten Job gemacht, wir haben schon einen Eindruck gewonnen." Vorfreude herrscht bei seinen Schützlingen: "Die Stimmung ist super, wir sind bereit", sagt Torschütze Noah Okafor.(apa/red)