Er war Weltmeister, zweimal Meister und einmal FA-Cup-Sieger mit dem FC Liverpool. Doch er war mehr als das: Mit seinen 244 Ligatreffern für die Reds hält er einen Klub-Rekord, mit seinen insgesamt 285 Treffern in 492 Spielen liegt er nur knapp hinter Ian Rush. Weggefährten wie Geoff Hurst erinnern sich aber auch an den "absolut liebenswürdigen" Menschen Roger Hunt.

Wie sein langjähriger Verein am Dienstag mitteilte, ist Hunt am Montagabend friedlich und im Beisein seiner Familie im Alter von 83 Jahren gestorben. "Seine Tore waren reichlich und historisch", heißt es in einem Bericht auf der Klub-Homepage.

Auch der aktuelle Trainer Jürgen Klopp zollte dem Verstorbenen Tribut. "Sir Roger", wie er aufgrund seines Gentleman-liken Benehmens genannt wurde und als der er noch immer verehrt wird, sei ein Torjäger gewesen, der "nie aufgehört hat, seinen Teamkollegen zu helfen. Ich glaube, er hätte gut in unser aktuelles Team gepasst", wird Klopp zitiert. "Leider ist es im Moment zu regelmäßig, dass wir uns von Giganten verabschieden müssen".

Das gilt für den FC Liverpool genauso wie für den englischen Fußball generell. Aus der "Weltmeister-Klasse" von 1966 sind nur noch sieben Spieler am Leben - erst vor wenigen Tagen war Jimmy Greaves verstorben -, von jenen, die beim legendären 4:2 nach Verlängerung im Finale gegen Deutschland auf dem Platz standen, überhaupt nur noch drei: George Cohen, Bobby Charlton, dessen Bruder Jack im Vorjahr starb, sowie eben Hurst.

Dieser wiederum trug sich wegen seiner drei Treffer im Finale, darunter das Wembley-Tor zum 3:2, unauslöschlich in die Geschichtsbücher ein, doch auch Hunts drei Tore im Turnierverlauf hatten wesentlichen Anteil daran, dass England bei den Heim-Titelkämpfen überhaupt ins Finale vorstoßen konnte.

"Wir sind tieftraurig über die Nachricht vom Ableben Roger Hunts, der ein Schlüsselspieler der englischen Weltmeister-Mannschaft war", betonte daher auch der englische Verband.

"Er mag von uns gegangen sein, aber an seine Leistungen wird man sich immer erinnern", schrieb auch Gary Lineker auf Twitter. (art)