Meister Red Bull Salzburg hat am Samstag in Altach in der 11. Runde der Fußball-Bundesliga erstmals in dieser Saison Punkte abgegeben. Nach zehn Siegen in Folge kam das Team von Matthias Jaissle gegen Cashpoint SCR Altach nur zu einem 1:1 und verpasste damit sowohl einen neuen Bundesliga-Startrekord, als auch eine geglückte Generalprobe für das Champions-League-Spiel am Mittwoch daheim gegen Wolfsburg, das am Samstag bei Union Berlin eine 0:2-Niederlage hinnehmen musste.

"Das war heute nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben", sagte Jaissle. Der Deutsche lobte zwar Altachs Abwehr-Bollwerk, führte den Punkteverlust aber auf die eigene Leistung zurück: "Es lag einzig und allein an unserer Leistung." In dieselbe Kerbe schlug Verteidiger Rasmus Kristensen: "Heute war es sicher nicht gut genug, aber das kann immer passieren. Altach hat es taktisch gut gemacht."

Ein Grund für das überraschende Remis in der Cashpoint-Arena war wohl auch, dass einige der Salzburger Teamspieler erst beim Abschlusstraining wieder zur Mannschaft gestoßen waren. Der US-Amerikaner Brenden Aaronson kam gar erst zu knapp zurück und reiste folglich gar nicht erst mit ins "Ländle". "Wir haben es verpasst, dass jeder einzelne nach der Rückkehr von der Nationalmannschaft sofort wieder zurückfindet in unsere Art und Weise Fußball zu spielen", stellte Jaissle fest und kritisierte damit zwischen den Zeilen den engen Spielplan. Von diesem war auch der slowenische Jungteamspieler Benjamin Sesko betroffen. Er musste in Altach mit Verdacht auf einen Muskelfaserriss vorzeitig vom Feld, dem 18-Jährigen droht eine wochenlange Pause.

Abbey Adeyemi wird von Bayern umworben

In der Salzburger Offensive wurde neben Aaronson vor allem der wegen Adduktorenproblemen fehlende Karim Adeyemi schmerzlich vermisst. Wie der TV-Sender Sky am Samstag berichtete, wird der achtfache Saisontorschütze intensiv vom FC Bayern München umworben. Adeyemis Berater Thomas Solomon und sein Vater Abbey Adeyemi sollen am Samstag in München zu Verhandlungen gewesen sein. Der dreifache deutsche Nationalspieler soll zudem von RB Leipzig, Borussia Dortmund und Liverpool umworben werden und nannte selbst die Deutsche Bundesliga als nächstes Karriereziel.

Auf Seiten der Altacher war man über den Punktgewinn natürlich höchst erfreut. "Die Mannschaft hat heute eine tolle Mentalität an den Tag gelegt, mit ein bisschen Glück wäre sogar mehr möglich gewesen", resümierte Trainer Damir Canadi. Trotz der guten Leistung warten die Vorarlberger aber schon seit der vierten Runde auf einen vollen Erfolg und sind vor den Sonntagsspielen weiterhin Vorletzter. Die nächste Chance auf drei Punkte gibt es kommende Runde beim LASK. (apa)