Österreichs Frauen-Fußballnationalteam hat die erste unangenehme Prüfung in der Qualifikation für die WM 2023 nicht nach Wunsch bestanden. Die Auswahl von Teamchefin Irene Fuhrmann kam am Dienstag in Nordirland über ein 2:2 nicht hinaus, betrieb mit einem Tor durch Joker Stefanie Enzinger in der 92. Minute immerhin Schadensbegrenzung. Nach der Punkteteilung liegen die zweitplatzierten Österreicherinnen zwei Punkte hinter dem makellosen Tabellenführer England.

Dort gastiert das ÖFB-Team am nächsten Spieltag am 27. November für eine Mammutaufgabe. Denn in bisher sechs Versuchen haben die Österreicherinnen gegen England noch nicht gepunktet. Die Lionesses verließen Lettland mit einem 10:0, halten nach vier Spielen beim imposanten Torverhältnis von 32:0. Die neun Gruppensieger qualifizieren sich direkt für die Endrunde, die Gruppenzweiten erreichen die Play-offs.

"Zwei verlorene Punkte"

Nachdem Barbara Dunst das 1:0 gelang (42.), drehte der Weltranglisten-48. am Kunstrasen in Belfast die Partie durch einen Doppelschlag unmittelbar nach Seitenwechsel. Enzinger belohnte eine Drangphase in der Schlussphase.

"Trotz des späten Ausgleichstreffers sind es für uns heute zwei verlorene Punkte", sagte Fuhrmann. "Wir haben die erste Halbzeit dominiert und verdient geführt. Der Doppelschlag nach der Pause hat uns aus dem Rhythmus gebracht. Das Team hat aber Moral bewiesen und sich in diesem Hexenkessel zurück ins Spiel gekämpft."

Gespannter Blick nach Manchester

Österreichs im Vergleich zum klaren 5:0 gegen Luxemburg unveränderte Startelf begann gegen den Tabellendritten agil und mit einer Schusschance von Katharina Naschenweng (12.). Klare Torchancen erarbeiteten sich die an sich kombinationsstärkeren Österreicherinnen danach kaum. Dunst strahlte über einen Freistoß Gefahr aus (32.), ehe ihr nach Lochpass von Sarah Zadrazil das wichtige 1:0 gelang: Die Eintracht-Frankfurt-Legionärin tunnelte Torfrau Jacqueline Burns aus spitzem Winkel (43.).

Die zweite Hälfte jedoch begann mit kalten Duschen. Lauren Wade besorgte nach wenigen Sekunden den Ausgleich (46.), vier Minuten später landete der Freistoß von Demi Vance im linken Kreuzeck (50.). Danach drehten die robusten Nordirinnen vor mehr als 2.000 Zuschauern gekonnt an der Uhr, Nicole Billa und Co. kamen nur noch selten ins Angriffsdrittel.

Die zuletzt angeschlagene Laura Feiersinger gab ab der 71. Minute neue Offensivimpulse, scheiterte aber im Nachschuss an Burns (81.) und setzte kurz darauf einen Heber knapp daneben (84.). Eine rot-weiß-rote Drangphase zum Schluss schien ohne Zählbares zu bleiben, nachdem Billa an der Latte scheiterte (90.), doch kurz darauf überwand Enzinger die weit aus ihrem Tor stehende Burns per Kopf. Am Donnerstag (18 Uhr) erfahren die Fuhrmann-Schützlinge bei der Auslosung in Manchester ihre Gegner für die EM-Endrunde in England. (apa)