Wer hätte sich je eine solche Kellerduell-Paarung denken können? Aber es ist so: Wenn sich Rapid und der Linzer ASK am Sonntag (17 Uhr) in Wien-Hütteldorf gegenübertreten, trifft der Zehnte der Fußball-Bundesliga auf den Letzten. Tatsächlich waren die Mannschaften vor der Saison viel höher eingeschätzt worden, doch Verletzungen und ein dichter Spielplan durchkreuzten die Hoffnungen auf eine souveräne Liga-Hinrunde. "Ich glaube, es treffen zwei Mannschaften aufeinander, die nicht unbedingt vor Selbstvertrauen strotzen", formulierte es LASK-Trainer Andreas Wieland.

Die Parallelen bei den Bundesligisten sind augenscheinlich. Weder Rapid noch der LASK konnte trotz guter Ansätze bisher das Potenzial abrufen. Beide Vereine haben dank Europacup einen vollgepackten Kalender und eine lange Verletztenliste. Bei den Linzern kamen in dieser Woche außerdem drei Corona-infizierte Spieler und der an der Schulter verletzte Andreas Gruber dazu. Umso mehr gilt es daher, am Sonntag wieder etwas Zählbares mitzunehmen. Immerhin durfte man zuletzt im Cup wieder Zuversicht tanken. Wie die Wiener, die gegen Amstetten gewannen (3:0), meisterten auch die Linzer am Donnerstag die Pflichtaufgabe, also den Viertelfinalaufstieg. Gegen WSG Tirol gewannen die Athletiker 2:1.

Etwas gelassener auf Runde 13 blicken können wiederum die Zweit- und Drittplatzierten in der Tabelle, wenngleich die vergangenen Wochen bei Sturm Graz Spuren hinterlassen haben. Fünf der jüngsten sechs Pflichtspiele wurden verloren, so auch zuletzt im Cup gegen Ried. Dazu gibt es vor dem Heimspiel am Sonntag gegen den WAC (14.30 Uhr) einige Ausfälle zu beklagen. Die aktuelle Misere ist laut Coach Christian Ilzer Folge der ständigen englischen Wochen. Die Mannschaft gehe bereits "am Zahnfleisch", sagte der Steirer.

Bis kurz vor Weihnachten wird sich an der Doppelbelastung - die Länderspielpause Mitte November ausgenommen - nichts mehr ändern. "Ich habe nicht die Möglichkeiten, durchzurotieren und diese Belastungen zu steuern. Da muss ich jetzt die Spieler drübertreiben - diese Startelf, die jetzt oben steht", sagte Ilzer. Auf seine Profis warte "eine extreme Überwindung. Es ist eine schwierige Phase. Aber schwierige Phasen sind auch dazu da, um die nächsten Schritte zu machen", meinte er.

Den "nächsten Schritt" machen will auch die Austria. Die Wiener wähnen sich vor dem Auswärtsspiel am Sonntag gegen die WSG Tirol (14.30 Uhr) auf dem richtigen Kurs. Das 4:1 vor einer Woche gegen Ried verlieh den Violetten viel Selbstvertrauen, nun soll auch in Innsbruck gewonnen werden. "Wir wollen jetzt den nächsten Schritt machen und den zweiten Sieg in Folge feiern. Wir wissen, wie schwer das wird", meinte Coach Manfred Schmid.