Vier Siege und zwei Remis bewerbsübergreifend, am Sonntag der emotionale Schlusspunkt mit einem 3:2-Sieg gegen den Dauerrivalen LASK - der Oktober ist für den SK Rapid auf dem Papier recht erfolgreich verlaufen. Trotzdem geht der Monat mit einem bitteren Nachgeschmack, brachte er doch auch verschenkte Punkte in der Bundesliga und eine immer längere Verletztenliste. "Es ist halt sehr schwierig für Mannschaften, die international spielen", resümierte Trainer Dietmar Kühbauer.

"Natürlich war der Oktober eigentlich erfolgreich, wenn man sagt, dass man kein Spiel verloren hat. Andererseits haben wir, wenn man Klagenfurt und Hartberg hernimmt, vier Punkte verloren (beide Partien endeten 1:1; Anm.). Die hätten uns wirklich gutgetan, weil dann wären wir auch in der Nähe von Sturm Graz und dem WAC", meinte Kühbauer nach dem Sieg, der die Hütteldorfer auf Platz fünf der Tabelle katapultierte. "Für uns war es wichtig, weil wir doch jetzt wieder nach oben gekommen sind. Aber mit dieser Tabellenkonstellation kann jede Woche etwas anderes passieren", sagte der Burgenländer nach der turbulenten Partie, die ob der Darbietungen beider Teams auch ein Unentschieden oder einen LASK-Sieg vertragen hätte. Die 41 Torschüsse in der offiziellen Statistik sind ein in der Bundesliga nicht oft erreichter Wert. "Es war ein Hin und Her. Die ersten 20 Minuten haben ihnen gehört, dann sind wir ein bisschen besser ins Spiel gekommen und haben durch eine sehr, sehr gute Aktion das 1:1 geschossen. In der zweiten Hälfte wollten beide das Tor schießen, wir haben die Tore zum Glück vor ihnen gemacht", erklärte Marco Grüll, der nicht nur wegen seines Assists und des direkt verwandelten Freistoßes zum 3:1 herausragte.

Der LASK verharrt vorerst auf dem letzten Platz. "Zusammenfassend ist es dieselbe Leier: Chancenauswertung mangelhaft, leider auch das Verteidigen von Standardsituationen", sagte Trainer Andreas Wieland. Die Linzer waren durch Thomas Goiginger in der 17. Minute in Führung gegangen. Aber, stellte Wieland klar: "Wir müssen noch mehr Tore schießen. Wir müssen den Sack früher zumachen, wir müssen effizienter sein." Für den LASK wird es immer schwieriger, vor dem Winter aus dem Keller rauszukommen - zumal viele Stammspieler wegen Verletzungen oder krank fehlen. Vor dem Rapid-Spiel erkrankten auch noch die Stürmer Alexander Schmidt und Christoph Monschein, dafür meldete sich Andreas Gruber nach seiner Schulter-Luxation wieder zurück. Auch Yannis Letard trainiert wieder mit der Mannschaft.

Bei Rapid gab zwar Kapitän Maximilian Hofmann am Sonntag sein Comeback, blieb aber zur Pause mit Schwindelgefühlen in der Kabine. Taxiarchis Fountas verspürte laut Kühbauer "einen Stich". "Ich hoffe nicht, dass da eine Verletzung ist, die länger dauern wird, weil wir bis zur Länderspielpause wieder zwei wichtige Spiele haben", sagte der Trainer in Hinblick auf das Europa-League-Duell bei Dinamo Zagreb am Donnerstag und das Gastspiel beim WAC am nächsten Sonntag. Dort wird definitiv Robert Ljubicic fehlen, der nach dem Schlusspfiff den Hals von Rene Renner umschlang und Rot sah.(apa)