Die Spatzen riefen es länger schon von den Dächern - aber "bundesligatauglich" ist, wie Rapid-Coach Didi Kühbauer am Sonntag meinte, tatsächlich wohl etwas anderes. Gewöhnlich muss schon etwas passieren, dass ein Trainer zu einer derart drastischen Wortwahl greift. Und es ist auch etwas passiert. Wieder. Diesmal gegen den WAC, dem man 1:4 unterlag. Die Kärntner legten bereits vor der Pause durch Treffer von Adis Jasic (22.), David Gugganig (31.) sowie Cheikhou Dieng (45.) den Grundstein für den fünften Ligasieg en suite und die Revanche für das 1:8 im Frühjahr und das 0:3 (Wien) am 8. August.

Für die Grün-Weißen heißt das: Es ist noch nicht vorbei - das Tief, in dem man sich, von Lichtblicken abgesehen, seit Wochen befindet. Nach dem 1:3 gegen Dinamo Zagreb in der Europa League erhielten die Wiener nun den nächsten und aufgrund des schwachen Auftritts mehr als heftigen Dämpfer. Und zu allem Überdruss ist man aus der oberen Tabellenhälfte gerutscht. "Es war von der 1. bis zur 90. Minute eine Qual, wir waren klar die schlechtere Mannschaft. Das Auftreten ist mehr als enttäuschend, beschämend. Das ist einfach nicht das, was man bei Rapid sehen will", sagte Kühbauer sichtlich geknickt.

Dass man um zehn internationale Spiele mehr als der WAC absolviert habe, sei zwar eine Tatsache. "Trotzdem will ich das nicht als Ausrede hernehmen", ergänzte Rapids Coach. Schließlich habe man dem Gegner die Tore präsentiert. Die Kabinenpredigt blieb am Sonntag dennoch aus. Noch wohlgemerkt. "Schweigen ist manchmal auch eine gute Art, aber das Schweigen hält nicht lange. Ich werde eine Nacht drüber schlafen, dann wird das Schweigen gebrochen", erklärte Kühbauer. Nach der Länderspielpause stehen noch sechs Bewerbsspiele bis zur Winterpause auf dem Programm. Am 20. November muss gegen Altach ein Sieg her.

Ried trennt sich von Heraf

Als "bundesligatauglicher" als Rapid erwies sich am Sonntag wiederum der WAC. Nach einem verpatzten Saisonstart steht der Klub nach 14 Spielen in der Bundesliga plötzlich als erster Verfolger des überlegenen Leaders Salzburg da. Das 4:1 war immerhin bereits der sechste Pflichtspielsieg in Folge, die Truppe von Coach Robin Dutt ist im Flow. "Wir sind momentan richtig gut in Form", jubelte der deutsche Chefcoach der Kärntner. Und: "Wir haben verdient 4:1 gewonnen, von daher sind viele Dinge aufgegangen." Zudem sei dieser Erfolg auch für den Punkteabstand "richtig wichtig" gewesen. Acht Punkte beträgt der Polster auf die siebentplatzierten Wiener. Am 21. November ist der WAC bei Schlusslicht WSG Tirol zu Gast.

Apropos WSG: Wie bei den Rapidlern wird es auch für die Tiroler nach dem 0:3 am Wochenende gegen den Linzer ASK Zeit, zu liefern. Umso größer ist die Freude beim LASK, der mit dem Heimerfolg den höchsten Sieg in dieser Spielzeit gefeiert und dadurch auf Rang zehn geklettert ist. Interimstrainer Andreas Wieland bemühte sich aber festzuhalten, dass damit lediglich ein erster Schritt getan sei. "Wir müssen weiter dranbleiben. Wir müssen unsere Leistungen steigern, und wir müssen vor allem punkten", sagte der Wiener.

Ganz gewiss nicht mehr "punkten" kann wiederum Rieds Trainer Andreas Heraf. Wie der Klub in einer Aussendung mitteilte, ist der Vertrag mit dem Wiener einvernehmlich gelöst worden. Heraf hatte bereits seit Ende September aus gesundheitlichen Gründen gefehlt, Interimscoach Christian Heinle soll die Mannschaft vorläufig betreuen. Heraf hatte sein Amt im März 2021 angetreten und die Innviertler sicher zum Klassenerhalt geführt. "Nach der krankheitsbedingten Pause haben beide Seiten, sowohl Andreas Heraf als auch wir, festgestellt, dass es unterschiedliche Auffassungen gibt, in welche Richtung sich der Klub bewegen soll", erklärte Ried-Boss Rainer Wöllinger.(apa/rel)