Die vierte Welle der Pandemie mit dem aktuellen Epizentrum Europa zeitigt auch immer mehr Auswirkungen auf den Fußball. Am Dienstag gab es den nächsten prominenten Corona-Wirbel - nämlich in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Wie der Deutsche Fußballbund (DFB) mitteilte, wurde ein Spieler positiv auf das Virus getestet, nämlich Bayern-Profi Niklas Süle. Das Gesundheitsamt in Wolfsburg ordnete umgehend Quarantäne für vier weitere Spieler an, die zwar negativ getestet sind, aber als Kontaktpersonen eingestuft wurden. Darunter ist auch Jungstar Karim Adeyemi von Red Bull Salzburg.

Adeyemi war gemeinsam mit Süle sowie dessen Münchner Teamkollegen Joshua Kimmich, Serge Gnabry und Jamal Musiala angereist. Bundestrainer Hansi Flick sagte das Mannschaftstraining am Vormittag daraufhin ab. Die bereits für die Weltmeisterschaft 2022 qualifizierte deutsche Auswahl bestreitet am Donnerstag ihr letztes Heimspiel in der WM-Qualifikation in Wolfsburg gegen Liechtenstein. Anschließend steht noch die Partie am Sonntag in Armenien an.

Nach der emotionalen Debatte um den nicht geimpften Kimmich, der nun just als Kontaktperson gilt, wurde das deutsche Ensemble somit kurz vor den beiden abschließenden Spielen in der WM-Qualifikation wieder von der Pandemie eingeholt. Laut DFB ist Süle doppelt geimpft und derzeit symptomfrei. Flick nominierte vorsorglich die Wolfsburger Spieler Ridle Baku und Maximilian Arnold sowie Kevin Volland von der AS Monaco nach.

Sollte sich der Cluster nicht noch ausweiten, wird die offizielle Verabschiedung für den ehemaligen Bundestrainer Joachim Löw aber wie geplant stattfinden. "Es ist schon wichtig, dass wir ihm auch diesen Rahmen geben", meinte DFB-Direktor Oliver Bierhoff bei einer Pressekonferenz und berichtete, dass das Stadion gegen Liechtenstein mit 26.000 Zuschauern unter den derzeit geltenden Bedingungen ausverkauft sei. Der 61-jährige Löw soll vor dem Abspielen der Nationalhymne für seine 15 Jahre als Chefcoach der Nationalmannschaft geehrt werden.

"Negativer" Start für ÖFB-Elf

Ungleich positiver verlief indes der Start in das Teamcamp für die ÖFB-Auswahl: Die PCR-Tests aller österreichischen Fußball-Nationalspieler und Betreuer sind bei der Zusammenkunft des ÖFB-Teams am Montagabend in Klagenfurt negativ ausgefallen. Der einzige Bayern-Legionär, der eventuell mit Süle Kontakt gehabt haben könnte, ist Marcel Sabitzer - allerdings hatte dieser zuletzt wegen eines Magen-Darm-Virus einige Tage nicht mit seinen Klubkollegen trainiert und auch beim Ligaspiel am Samstag gegen Freiburg (2:1) gefehlt.

Völlig offen ist indes noch, wie es im ÖFB-Unterhaus in Sachen Corona respektive den neuen 2G-Regeln bei der Sportausübung weitergeht. Wie berichtet, dürfen seit Montag Sportstätten - so dies nicht im Zuge der Berufsausübung erfolgt - nur noch von genesenen oder geimpften Personen betreten werden. Ausgenommen sind lediglich schulpflichtige Kinder und Jugendliche, so diese im Rahmen des Unterrichts lückenlos getestet sind. Bereits am Montag ist der Kärntner Fußballverband vorgeprescht und hat umgehend seine Meisterschaften abgebrochen. Alle noch ausstehenden Herbst-Partien sollen im Frühjahr nachgeholt werden; und auch alle Nachwuchspartien wurden verschoben.

Allerdings steht völlig in den Sternen, ob dann im Frühjahr eine Meisterschaft erfolgen kann oder es zum dritten Mal in Folge in etlichen Ligen keine Meister, respektive Auf- und Absteiger gibt. Daher gibt es in den einzelnen Landesverbänden schon intensive Diskussionen, ob man trotz der plötzlichen De-facto- Impfpflicht eine halbe (und damit gültige) Saison fix zu Ende bringt und dafür eine momentane Wettbewerbsverzerrung in Kauf nimmt.

Wiener Liga setzt Herbstsaison fix fort

Gerüchten zufolge sollte auch der Wiener Verband den Kärntnern folgen und ein verfrühtes Meisterschaftsende ausrufen - allerdings entschloss sich der Vorstand am Dienstagabend, die Herbstsaison nach den aktuellen Covid19-Maßnahmen fortzusetzen. "Dies betrifft Meisterschafts- und Cupspiele und alle Nachwuchsspiele", hieß es. Lediglich der U23/Reservebewerb wird bis zur Frühjahrsmeisterschaft unterbrochen.

Dass manche Mannschaften mit 2G in Schwierigkeiten kommen könnten, zeigt freilich ein Blick auf die Impfquote in manchen Wiener (Migranten-)Bezirken, wo besonders viele Vereine beheimatet sind - in Favoriten, Simmering, Brigittenau und Ottakring liegt man mitunter noch deutlich unter 60 Prozent.

In der Wiener Stadtliga und der 2. Landesliga sind im Herbst noch drei Runden ausständig (Saisonschluss ist jeweils der 28. November). Fertig gespielt ist indes schon die erste Saisonhälfte in der Regionalliga-Ost - für Vienna (2.), Sport-Club (3.) und Co. geht es erst am 13. März weiter.