Nach drei Jahren trennen sich die Wege von Dietmar Kühbauer und Rapid. Der Klub bestätigte am Mittwochnachmittag entsprechende Medienberichte. Das Aus der einstigen Vereinsikone wurde nach den jüngsten Niederlagen in der Europa League gegen Dinamo Zagreb (1:3) sowie in der Bundesliga gegen den WAC (1:4) besiegelt.

"Er ist und bleibt ein Vorzeige-Rapidler, aber die aktuelle Situation erzwingt förmlich, neue Impulse zu setzen", wurde Präsident Martin Bruckner zitiert.

Neben Kühbauer muss auch dessen Assistent Manfred Nastl gehen. Zoran Barisic, Rapids Geschäftsführer Sport, war lange Teamkollege von Kühbauer. Er meinte nun: "In meiner Funktion steht das Wohl des Vereins an oberster Stelle, und wir sind leider in einer Situation angekommen, in der eine Veränderung in der Position des Cheftrainers nicht mehr abzuwenden war."

Rapid bekleidet aktuell nur den siebenten Platz in der Tabelle, die Leistung gegen den WAC hatte Kühbauer selbst als "nicht bundesligatauglich" bezeichnet.
Die interimistische Leitung des Trainingsbetriebs der Profimannschaft übernehmen vorerst Thomas Hickersberger und Steffen Hofmann.

Barisic betonte, dass bei der Frage nach der Nachfolge als Cheftrainer "das Prinzip Qualität vor Geschwindigkeit gilt". Er habe Optionen im Kopf, aber aus Respekt vor Kühbauer noch keine Gespräche führen wollen. "Trotzdem gehe ich davon aus, dass wir relativ zeitnah eine Lösung finden werden."
Kühbauer war im Oktober 2018 als Cheftrainer gekommen und hatte in der Vorsaison mit der Mannschaft den Vizemeistertitel erreicht.

Auch nahm Barisic die Profis in die Pflicht. "Gefordert sind aber natürlich auch unsere Spieler, die ich nicht aus der Verantwortung nehmen will. Unser Kader ist qualitativ mit denen der letzten Saisonen, in denen wir jeweils in der Liga Platz zwei erreichten, vergleichbar", betonte der Sportchef. (red, apa)