Während Franco Foda mit dem ÖFB-Team am Freitagabend gegen Israel auch sein ganz persönliches Finale um seinen Teamchef-Verbleib bestritt, geht es am Wochenende auf der WM-Qualifikationsbühne mit gleich drei echten Finalspielen richtig rund. Zu den bereits qualifizierten Dänen und Deutschen gesellte sich am Freitag Rekordtitelträger Brasilien aus Südamerika - nach einem 1:0-Sieg über Kolumbien. Spätestens am Sonntag kommen aus Europa weitere Mannschaften für das 32er-WM-Starterfeld hinzu - ein Gruppenüberblick.

Gruppe A: Ein Jahr nach dem Champions-League-Finale steigt am Sonntag im Estádio da Luz zu Lissabon wieder ein absolutes Highlight: Im Gruppenfinale zwischen den punktegleichen Portugiesen und Serben reicht den Gastgebern ein Remis für die direkte Fahrkarte ins Wüstenemirat. Für diese Ausgangsposition mussten Cristiano Ronaldo und Co. am Donnerstag in Irland aber gehörig schwitzen, dank eines späten Geld-Rot-Ausschlusses von Innenverteidiger Pepe war man über die Nullnummer auf der Insel mehr als erleichtert; zumal der Punktgewinn für die ideale Ausgangsposition reichte.

Dass der Europameister von 2016 überhaupt noch bangen muss, ist dem Hinspiel in Belgrad geschuldet, als zunächst eine 2:0-Führung verjuxt und dann ein regulärer Treffer von Ronaldo in der Nachspielzeit nicht anerkannt wurde - Endstand 2:2.

Gruppe B: Zur gleichen Zeit steigt am Sonntag auf der iberischen Halbinsel ein weiteres Gruppenfinale, wenn Spanien Schweden empfängt. Hier hat sich am Donnerstag die Ausgangslage komplett gedreht, nachdem die Skandinavier beim 0:2 in Georgien gehörig gepatzt hatten, während die Spanier in staubtrockener Manier ihren 1:0-Pflichtsieg in Griechenland einfahren konnten. Nun benötigen die einen Punkt zurückliegenden Schweden, bei denen der 40-jährige Altstar Zlatan Ibrahimovic farblos blieb ("Ich bin enttäuscht. Sehr enttäuscht"), einen Auswärtserfolg in Sevilla - andernfalls heißt es, als Poolzweiter ab ins Play-off.

Apropos Play-off: Dank des Sieges von Spanien ist der ÖFB-Truppe diese Last-Minute-Chance (mit Semifinal- und Finalspiel im März) de facto nicht mehr zu nehmen, weil die ÖFB-Elf nun einen der beiden Nations-League-Plätze ziehen kann.

Gruppe D: Lediglich ein kompletter Umsturz in Pool D - mit Totalausfall von Weltmeister Frankreich mit zwei hohen Niederlagen - könnte daran noch etwas ändern. Doch der Titelverteidiger wird am Samstag zu Hause gegen Nachzügler Kasachstan bemüht sein, die WM-Qualifikation unter Dach und Fach zu bringen. Der Elf von Didier Deschamps - zuletzt Nations-League-Gewinner - kann mit einem Dreipunkter im Prinzenpark eine mehr als holprige Qualifikation (drei Siege, drei Remis) erfolgreich abschließen.

Gruppe E: Auch für den Weltranglistenersten Belgien ist schon am vorletzten Spieltag alles angerichtet: Es gibt wohl wenig Zweifel, dass im Heimspiel gegen Estland der nächste Sieg gelingt und damit der Gruppensieg fixiert wird. Bei fünf Punkten Vorsprung auf Tschechien und Wales ist Platz eins einzementiert. Nur noch die Waliser hätten die theoretische Chance auf die Direktqualifikation - aber nur, wenn die Belgier gegen die Esten patzen und dann auch noch am Dienstag in Cardiff verlieren.

Übrigens sind beide Verfolger schon fix im WM-Play-off - egal wer Zweiter oder Dritter wird. Neben Österreich ist entweder ein Platz für Wales oder Tschechien im 12er-Feld reserviert.

Gruppe H: Für Vizeweltmeister Kroatien ist derlei Nachspielzeit freilich mäßig interessant. Denn die Vatreni haben es am Sonntag in der eigenen Hand, vor heimischer Kulisse Tabellenführer Russland am letzten Abdruck noch vom Thron zu stoßen. Bei zwei Punkten Rückstand auf die Elf von Valeri Karpin braucht es dafür in Split jedoch einen Sieg. Beide Teams haben sich für den Showdown an der Adria schon ordentlich warmgeschossen - die Russen fertigten am Donnerstag Zypern mit 6:0 ab, die Kroaten gewannen auf Malta gleich 7:1.

Gruppe J: In der Gruppe Deutschlands, das sich am Donnerstag ebenfalls nicht lumpen ließ und zum Abschiedsfest von Joachim Löw Liechtenstein mit einem 9:0 aus der VW-Arena ballerte, kommt es am Sonntag nur noch zu einem Fernduell um den Play-off-Platz. Österreichs EM-Gruppengegner Nordmazedonien hat einen Punkt Vorsprung auf Rumänien - und das um sieben Treffer bessere Torverhältnis. Im Heimspiel gegen Island braucht es aber wohl dennoch einen Sieg, denn die Rumänen gastieren zum Abschluss im Fürstentum.