ÖFB-Trainer Franco Foda wird heute Nacht sicher gut schlafen. Denn sein Stuhl wackelt nach dem 4:2 gegen Israel im WM-Qualifikationsspiel wieder ein bisschen weniger. Lange sah es aber nicht nach drei Punkten für die Österreicher aus, im Gegenteil. Trotz vielen Torschüssen in der ersten Hälfte kamen sie ins Hintertreffen, um kurz nach der Pause mit einem starken Auftritt auszugleichen, erneut in Rückstand zu geraten, nochmals auszugleichen, dann selbst in Führung zu gehen und letztlich klar zu gewinnen.

Aber der Reihe nach: Erst sorgte Nir Bitton in der 32. Minute mit einem abgefälschten Freistoß für den israelischen Führungstreffer. Der Österreicher, der dabei den Ball unglücklich so ablenkte, dass Torhüter Daniel Bachmann keine Chance hatte, war Teamdebütant Nicolas Seiwald. Die Abwehr um David Alaba, der am Freitagabend zum siebenten Mal als Österreichs Fußballer des Jahres (nachträglich für 2020) geehrt wurde, hatte zwar nicht allzu viel zu tun, vorne kämpften die Österreicher aber zunächst vergeblich um den Ausgleich. Den gab es erst nach der Pause: Marko Arnautovic verwandelte in der 51. Minute einen von Philipp Lienhart herausgeholten Elfmeter zum 1:1. Der Bologna-Legionär rückte mit seinem 30. Länderspieltor auf Platz drei der ewigen Torschützenliste hinter Toni Polster (44 Tore) und Hans krankl (34 Tore) vor.

In der ersten Hälfte kamen die Österreicher ziemlich ins Straucheln, erfingen sich aber in der zweiten wieder. 
- © afp / Joe Klamar

In der ersten Hälfte kamen die Österreicher ziemlich ins Straucheln, erfingen sich aber in der zweiten wieder.

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Wenige Minuten später traf allerdings Dor Peretz quasi aus dem Nichts nach einem Eckball zum 2:1 für Israel (58.), dem in der 62. Minute das 2:2 durch den eingewechselten Louis Schaub folgte. Er zog aus der Distanz ab und ließ der israelischen Abwehr keine Chance.

Den Österreichern gab dieser neuerliche Torerfolg sichtlich Auftrieb. In Minute 66 hatte Arnautovic das 3:2 am Fuß, hob den Ball aber übers Tor. Kurz darauf gelang dann Schaub tatsächlich der Führungstreffer (72.) - ein Doppelpack für den Köln-Legionär nach Vorarbeit von Arnautovic. Und dann durfte in der 84. Minute auch noch Marcel Sabitzer jubeln. Nach mehreren weiteren vergeblichen Anläufen der Österreicher sorgte er für die 4:2-Führung. Die zweite Hälfte war jedenfalls klar rot-weiß-rot dominiert, mit 63 Prozent Ballbesitz für Österreich und 84 Prozent angekommenen Pässen (Israel: 71 Prozent).

Es geht nur noch um Platz drei

Unabhängig vom Ausgang der Partie zwischen Österreich und Israel ist freilich Schottland (20 Punkte) der zweite Tabellenplatz in der Gruppe F hinter Dänemark (27 Punkte - der Gruppensieger besiegte die Färöer 3:1) nicht mehr zu nehmen. Die Schotten setzten sich am Freitagabend bei der Republik Moldau in Chisinau mit 2:0 durch.

In der Gruppentabelle liegen Österreich und Israel nun mit je 13 Zählern punktegleich auf Platz drei, allerdings hat Israel die bessere Tordifferenz. Die Färöer (4 Punkte) und Moldau (1 Punkt) liegen weit abgeschlagen hinten. Das abschließende Gruppenspiel in Glasgow zwischen Schottland und Dänemark am Montag hat für den Ausgang der Tabelle jedenfalls keine Bedeutung mehr. Am Montag (20.45 Uhr) trifft Österreich ein letztes Mal auf Moldau und Israel auf die Färöer.