Red Bull Salzburg hat keine berauschende, aber immerhin siegreiche Generalprobe für das entscheidende Champions-League-Spiel gegen den FC Sevilla hingelegt. Die "Bullen" mühten sich am Samstag in der Fußball-Bundesliga gegen Hartberg zu einem 2:1-Heimsieg. Noel Niemann hatte die Gäste in Führung gebracht, Rasmus Kristensen (79.) und Jerome Onguene (86.) sorgten für die späte Wende. Damit gelang dem Meister nach zuletzt zwei Pflichtspiel-Pleiten in Folge wieder ein Sieg.

Am Mittwoch benötigen die Salzburger wieder in Wals-Siezenheim gegen Sevilla einen Punkt, um erstmals ins Achtelfinale der Champions League einzuziehen. Dafür muss allerdings eine Steigerung her, denn die Mozartstädter zeigten sich gegen den TSV in der Defensive phasenweise anfällig und in der Offensive lange Zeit völlig harmlos.

Coach Matthias Jaissle hatte im Vergleich zum 1:2 in der Vorwoche bei Austria Klagenfurt sechs Änderungen vorgenommen, der dadurch erhoffte Effekt blieb jedoch aus. Bereits nach nicht einmal zehn Minuten gab es die kalte Dusche. Andreas Ulmer verlängerte einen weiten Abschlag per Kopf etwas ungenau auf Onguene, Niemann luchste dem der Verteidiger den Ball ab und schlenzte ihn von der Sechzehnergrenze ins lange Eck.

Danach hatte Salzburg viel Ballbesitz, aber keine Ideen. Hartbergs Fünferkette hielt den Angriffsbemühungen der "Bullen" problemlos stand, in der ersten Hälfte verzeichneten die Gastgeber keine einzige ernstzunehmende Torchance.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich vorerst nichts an der Charakteristik der Partie. Hartberg stand sicher und versuchte, vorne Nadelstiche zu setzen - so auch in der 58. Minute, als ein vermeintlicher Treffer von Donis Avdijaj wegen einer hauchdünnen Abseitsstellung des Offensivspielers nicht gegeben wurde.

Erst mit der Einwechslung von Benjamin Sesko und Brenden Aaronson wurde der Druck der Hausherren größer und führte schließlich noch zum letztlich verdienten Sieg. Sesko bediente Rasmussen, und der Däne traf mit seinem schwächeren rechten Fuß via Latten-Unterkante zum 1:1 (75.). Elf Minuten später köpfelte Onguene nach einem Corner von Luka Sucic das Siegestor, kurz zuvor war Aaronson bei einer Topchance an Hartberg-Goalie Rene Swete gescheitert.

Dadurch vermied Salzburg die erste Bundesliga-Heimniederlage in diesem Kalenderjahr, der Vorsprung des Spitzenreiters auf Sturm Graz wuchs auf 14 Punkte. Die sechstplatzierten Steirer wiederum verabsäumten es, in dieser Saison neben Rapid, Sturm Graz und dem LASK auch den Serienchampion auf ihre Abschussliste zu setzen.

Wunschergebnis und Selbstfaller

Für Austria Klagenfurt läuft es in der Fußball-Bundesliga weiter absolut nach Wunsch. Der Aufsteiger kam am Samstag zum Auftakt der 17. Runde bei WSG Tirol zu einem äußerst schmeichelhaften Last-Minute-1:0-Erfolg und baute damit die ungeschlagene Serie auf mittlerweile fünf Partien aus. Durch ein Eigentor von Raffael Behounek (90.) sicherten die Kärntner auch den vierten Tabellenplatz ab, während die Tiroler nach zuletzt zwei Siegen wieder einen Rückschlag kassierten.

Sturm Graz hat in der Fußball-Bundesliga erneut einen Selbstfaller hingelegt. Drei Tage nach dem 1:0 in Altach verpassten die Grazer beim 1:1 gegen die Admira einen weiteren Pflichtsieg, um Rang zwei zu festigen. Nach Toren von Jakob Janscher (13.) und Wilhelm Vorsager (38.) wurden in der 17. Runde die Punkte geteilt. Eine Runde ist vor der Winterpause noch ausständig. Sturm gastiert nach dem Europa-League-Heimspiel gegen Monaco dann in Klagenfurt, die Admira empfängt Rapid. (apa)