Eine Pannenauslosung inklusive Wiederholung hat den Salzburger Champions-League-Helden ein wahres Hammerlos gebracht: Lautete beim ersten Wahlgang zu Mittag der Königsklassen-Achtelfinalgegner noch Liverpool, wurde dem österreichische Serienmeister drei Stunden später der deutsche Rekordmeister Bayern München zugelost. Also statt des Champions-League-Siegers 2019 jener aus 2020 – so oder so ein alter Bekannter. Denn so wie die Reds waren auch die Bayern nach ihrem Titelgewinn Gruppengegner der Bullen-Truppe. Sowohl in Salzburg (2:6), als auch in München (1:3) waren Robert Lewandowski und Co. in der Vorsaison nicht zu biegen – allerdings fielen beide Niederlagen deutlich zu hoch aus.

Bis die Salzburger am Montag Gewissheit hatten, wurden die Nerven gehörig auf die Probe gestellt. Hatte sich doch bei der ersten Ziehung in der Uefa-Zentrale in Nyon eine kuriose Panne zugetragen: Manchester United war nämlich zunächst Villarreal zugelost worden, was laut Reglement aber gar nicht erlaubt ist, da beide Klubs schon in der Gruppenphase aufeinandergetroffen waren. Das Problem wurde zwar gleich erkannt, und schließlich Manchester City als Villarreal-Gegner gelost worden. Im Anschluss aber kam die Kugel mit United nicht in den Lostopf der möglichen Gegner von Atletico Madrid. Stattdessen war Liverpool mit im Topf, das aber schon in der Gruppenphase gegen Atletico spielte. Schließlich erhielten die Spanier Bayern München als Gegner. ManUnited wurden anschließend als Gegner von Paris Saint-Germain gezogen (was das brisante Duell zwischen Lionel Messi und Cristiano Ronaldo ergeben hätte). Doch nach Protesten unter anderem von Bayern-Gegner Atletico entschied die Uefa auf eine Wiederholung und begründete den Schritt mit einem "technischen Fehler der Software, die einteilt, welche Teams nicht gegeneinander gezogen werden können".

Schlager PSG vs. Real

Nun gibt es also das Duell mit Deutschland auf der größten Europacupbühne – und damit auch mit ÖFB-Teamkicker Marcel Sabitzer, der freilich (noch) nicht zum Stammpersonal zählt. Der sechsfache Champion (inklusive Meistercup) um Tormaschine Lewandowski zählt auch heuer wieder zu den Favoriten auf die europäische Klubkrone; und trotz einiger Aussetzer marschiert die Truppe von Trainer Julian Nagelsmann scheinbar unbeirrt zum 32. Bundesliga-Titel respektive den 10. in Folge. "Es wird ein riesiges Spiel werden für unsere Jungs. Es werden richtige Fußballspektakel", kündigte Sportdirektor Christoph Freund an. Kapitän Andreas Ulmer unterstrich das – und kündigte an: "Wir werden uns sehr, sehr mutig am Feld verhalten", meinte der Routinier.

Absolute Schlagerpaarung im Achtelfinale ist aber das Duell zwischen PSG und Rekordchampion Real Madrid – damit auch jenes von David Alaba mit Lionel Messi, Neymar und Kylian Mbappe. Die Hinspiele finden am 15./16. beziehungsweise 22./23. Februar statt.

Rapid wohl gegen Vitesse

Rapid Wien muss indes noch warten. Wer der Gegner in der Play-off-Zwischenrunde zur Teilnahme am Achtelfinale der Conference League sein wird, dürfte sich nämlich erst am grünen Tisch entscheiden. Tottenham aus der englischen Premier League oder Vitesse Arnheim aus der niederländischen Ehrendivision wird sich den Grün-Weißen am 17. und 24. Februar gegenüberstellen. Fix ist nur: Rapid hat im ersten Duell Heimvorteil.

Die Spurs konnten zuletzt wegen Corona-Problemen nicht gegen Stade Rennes antreten, ein Nachtragstermin scheint schwierig. Der Ball liegt nun bei der Kontroll-, Ethik- und Disziplinarkammer der Uefa, die den Play-off-Platz wohl den Niederländern zusprechen müsste, so Tottenham die Partie nicht nachtragen kann. Sportchef Zoran Barisic kann mit beiden gut leben: "Vitesse ist eine holländische Topmannschaft, die in den letzten Jahren immer mit vorne dabei ist."