Die Nächste bitte: Nach der Auslosung des WM-Play-offs und jener (pannenreichen) des Achtelfinales der Champions League wird am Donnerstag (18 Uhr/ORF-Sport+) schon wieder eifrig in den Lostöpfen umgerührt. Geht es doch um die Gruppeneinteilung für die Nations League 2022/23, an der alle 55 Uefa-Mitglieder in vier Leistungsklassen teilnehmen werden. Auch bei den rot-weiß-roten Fußballfans steigt die Spannung, freilich nicht ganz so wie bei den erstgenannten Ziehungen - dennoch dürfen sie in Erwartung höchst attraktiver Gegner für Österreichs Nationalmannschaft sein. Denn durch den im Vorjahr fixierten Aufstieg in Liga A warten nun die ganz großen Kaliber des europäischen Fußballs auf die ÖFB-Auswahl.

So wäre etwa eine Gruppe mit Frankreich, Deutschland und England möglich; oder eine mit Italien, Portugal und der Schweiz. Klarheit herrscht erst nach der hoffentlich korrekten ersten Ziehung am Donnerstag, wiederum in der Uefa-Zentrale zu Nyon. Die sechs Gruppenspiele werden im Juni und September 2022 - also dann kurz vor der WM in Katar - ausgetragen.

"So etwas gab es noch nie"

Teamchef Franco Foda blickt der Auslosung gespannt entgegen. "Das ist ein riesiges Highlight für alle österreichischen Fans, man bekommt Top-Gegner in Bewerbsspielen. So etwas hat es in dieser Konstellation, glaube ich, noch nicht gegeben Ich gehe davon aus, dass jedes Heimspiel ausverkauft sein wird", sagte der Deutsche.

Die Vorfreude sei sehr groß, ergänzte Foda. Allerdings ist ja noch offen, ob der 55-Jährige in diesen Partien überhaupt auf der Bank sitzen wird - sein Vertrag läuft bis zum Ende der WM-Qualifikation und verlängert sich im Falle einer Teilnahme an der WM in Katar bis Jahresende 2022. Sollte es allerdings im Play-off im März nicht mit dem Ticket für das Wüstenturnier klappen, wäre Fodas Ära beim ÖFB wahrscheinlich vorbei - also noch vor Beginn der neuen Nations League im Juni. "Mit solchen Themen beschäftigen sich Medien, nicht ich. Mein Fokus gilt derzeit dem März-Lehrgang", betonte der Nationaltrainer.

Seine Auswahl tritt am 24.März im Play-off-Semifinale auswärts gegen Wales an. Bei einem Sieg ginge es fünf Tage später im Wiener Ernst-Happel-Stadion um die erste WM-Teilnahme seit 1998. Danach ist in der Nations League wohl das große Ziel, nicht Gruppenletzter zu werden und damit in Liga A zu bleiben. Für den Fall des Gruppensieges ginge es im Juni 2023 im Final Four um den Pokalgewinn.

Wieder Zuckerl für EM 2024

Der relativ neue Bewerb bietet auch wieder eine zweite Chance auf einen Startplatz bei der Euro 2024 in Deutschland. Diesbezüglich wurden von der Uefa noch keine Angaben gemacht, es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass Österreich allein schon aufgrund der Zugehörigkeit zur höchsten Nations-League-Etage in den Play-offs antreten könnte, sollte es über die reguläre, für 2023 angesetzte Qualifikation nicht zum EM-Ticket reichen. Das jetzige WM-Play-off-Ticket wurde ja auch nur durch den Gruppensieg in der B-Liga im Vorjahr geholt.(may/apa)