Eine gute und eine schlechte Nachricht gab es zwischen Dienstag und Mittwoch für ÖFB-Star David Alaba: Zunächst wurde bei ihm schon zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres eine Corona-Infektion festgestellt, wie sein Verein Real Madrid bekannt gab. Mittwochfrüh holte er die Auszeichnung als Österreichs Fußballer des Jahres.

Er setzte sich bei der von der Austria Presse Agentur unter den zwölf Bundesliga-Trainern durchgeführten Wahl mit 44 Punkten klar vor Karim Adeyemi (Red Bull Salzburg/25) und Christoph Baumgartner (Hoffenheim/8) durch. Für Alaba ist es die insgesamt achte Kür zum Fußballer des Jahres, er ist damit überlegener Rekordhalter.

Alaba sprach gegenüber der APA von einer "unglaublich schönen Auszeichnung, ich bin sehr dankbar dafür. Mein Dank geht an alle, die mich gewählt haben, aber auch an meine Mitspieler und Trainer, die dazu beigetragen haben, dass ich diese Auszeichnung entgegennehmen darf. Das hat einen hohen Stellenwert für mich."

Der 29-Jährige wurde mit dem FC Bayern in diesem Jahr Meister und holte damit seine 27. und letzte Trophäe mit den Münchnern, ehe er ablösefrei zu Real weiterzog. Bei den Königlichen avancierte Alaba auf Anhieb zum Führungsspieler in der Innenverteidigung. Von den ersten 23 Partien in dieser Saison versäumte er nur eine wegen Muskelproblemen, in allen anderen Matches stand Alaba in der Startformation und wurde dabei nur zweimal ausgewechselt. Bisher gelangen ihm zwei Tore, darunter eines beim 2:1-Auswärtssieg im "Clasico" gegen den FC Barcelona.

Nun versäumt er aber heute, Mittwoch, das Auswärtsspiel des Tabellenführers gegen Athletic Bilbao. Alaba gab erst Ende Juli dieses Jahres einen positiven Corona-Test ab. Real-Coach Carlo Ancelotti gehen nun langsam die Spieler aus. Nach einigen Coronafällen im Kader ist der Trainer in Bilbao zum Experimentieren gezwungen.

Dem Team stehen neben Alaba auch Isco, Luka Modric, Rodrygo, Marco Asensio, Gareth Bale und Andrij Lunin nach positiven Corona-Tests nicht zur Verfügung. Zudem fehlen beim Gastspiel im Baskenland der verletzte Dani Carvajal und Mittelfeldspieler Casemiro aufgrund einer Gelbsperre.

Sieben Mal auf Platz eins

Bei der Fußballer-Wahl wurde Alaba jedenfalls von sieben von zwölf Liga-Trainern auf Platz eins gesetzt, darunter Salzburgs Matthias Jaissle. "Er ist nicht nur ein großartiger Fußballer, sein Wechsel von Bayern München zu Real Madrid sagt dazu eigentlich schon sehr viel. Und weil ich mit ihm bei Hoffenheim gemeinsam gespielt habe weiß ich auch, dass er ein richtig guter Typ ist", erklärte der Deutsche.

Neben Robin Dutt vom WAC zeigte sich auch Rapid-Coach Ferdinand Feldhofer von Alaba angetan. "Er ist eine Konstante und hatte schon bei den Bayern einen enorm hohen Stellenwert. Wie er nach dem Vereinswechsel jetzt bei Real Madrid von Start weg Stammspieler und Leader ist, das ist schon beeindruckend. Und wir reden da ja nicht von irgendeinem Verein", meinte der Steirer.

Sein Austria-Kollege Manfred Schmid bezeichnete Alaba als einen "seit vielen Jahren herausragenden Fußball-Botschafter Österreichs. Er spielt bei Weltvereinen wie Bayern oder Real auf allerhöchstem Niveau, ist überall Führungsspieler, hat eine unglaubliche Mentalität und ist auf und neben dem Platz eine außergewöhnliche Persönlichkeit."

Hartbergs Kurt Russ ist ebenfalls vom Linksfuß begeistert. "David bringt seit Jahren bei Top-Teams überragende Leistungen und hat sich als Führungsspieler etabliert. Der Wechsel zu Real Madrid ist etwas Besonderes für den österreichischen Fußball", betonte der Ex-Verteidiger.

Auch Admiras Andreas Herzog entschied sich für den Wiener. "Er war ein Top-Spieler bei Bayern München, hat zum Abschluss noch einmal souverän den Titel geholt. Jetzt ist er bei Real Madrid und ebenfalls bereits ein Top-Spieler. Zudem hat er bei der EM mit dem ÖFB-Team erstmals das Achtelfinale erreicht."

Ähnlich äußerte sich der mittlerweile nicht mehr im Amt befindliche Altach-Trainer Damir Canadi zu Alaba. "Er brachte Top-Leistungen beim FC Bayern, bringt jetzt Top-Leistungen bei Real Madrid und ist ein Aushängeschild des österreichischen Fußballs", sagte der 51-Jährige über den zweifachen Champions-League-Sieger. (apa)

Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel wurde nach der Bekanntgabe der Wahl des Fußballers des Jahres aktualisiert.