Die traditionelle Fußball-Party am Boxing Day in den ausverkauften englischen Stadien fällt kleiner aus als gedacht. Am Donnerstag mussten zwei der neun Spiele am 26. Dezember abgesagt werden. Betroffen sind wegen zu vieler Infektionsfälle in den Gästemannschaften die Partien von Liverpool gegen Leeds und Wolverhampton gegen Watford.

Trotz massiv steigender Infektionszahlen mit täglich mehr als 100.000 Fällen, zahlreichen Fällen und Spielern in Quarantäne hatten sich am Montag alle Premier-League-Klubs gegen eine Verlegung des Boxing-Day-Spektakels ausgesprochen. Nun kommt es aber zumindest zu zwei Absagen. Vergangenes Wochenende waren sechs von zehn Spielen aufgrund von Covid-Fällen ausgefallen.

Die verschärfte Lage hatte nicht nur bei Liverpool-Trainer Jürgen Klopp angesichts des dichten Feiertagsprogramms Bedenken ausgelöst. "Ich finde es ja schon in normalen Zeiten nicht richtig. In der jetzigen Situation darauf zu bestehen, Spiele innerhalb von zwei Tagen auszutragen, fühlt sich falsch an", sagte Klopp und wurde noch deutlicher: "Jede Mannschaft hatte schon mit Covid zu tun. Wir können nicht die Hände vor die Augen halten und so tun, als sei die Situation normal. Sie ist es nicht. Sie ist außergewöhnlich. Und auf dieser Grundlage flehe ich diejenigen mit Macht an, etwas zu verändern. Bitte tun Sie es zum Wohle der Spieler."

Die Politik steht einem vollen Spielplan mit vollen Stadien vorerst aber nicht grundsätzlich im Weg. Premierminister Boris Johnson verkündete Mitte der Woche, für neue Corona-Restriktionen sei die Lage noch zu unklar. Heißt: Bis 27. Dezember passiert erst einmal nichts. (apa/dpa/reuters)