Anpfiff, Angriff, Konter, Tor. Das ist, in vier Worten, die Nacherzählung der ersten Spielminute im ersten Play-off-Duell Rapids in der Conference League gegen Vitesse Arnheim. Es ging dann auch munter weiter, vielleicht auch, weil beide Teams gegenwärtig nicht in Hochform agieren. Am Ende siegte Rapid mit Glück 2:1. Das Rückspiel findet in einer Woche statt.

Der allererste Angriff der Gäste aus den Niederlanden war gar nicht ungefährlich, mit Verve und Mut vorgetragen, allerdings auch mit einer Portion Irrsinn. Beim folgenden Konter lief Marco Grüll auf der linken Seite in die recht verwaiste gegnerische Hälfte, er lief und lief, bediente dann Robert Ljubicic der auf den ebenfalls freistehenden Ferdy Drujif flankte – 1:0. Der neue grün-weiße Mittelstürmer hatte kurz im Cup und noch kürzer gegen Salzburg gespielt, im Europacup stand er wie Barcelona-Rückkehrer Yusuf Demir in der Startelf.

Grüll prägt die erste Hälfte


Drujif hätte nur neun Minuten später den zweiten Treffer erzielen können, sein Schuss aus rund 18 Metern ging aber knapp über sowie neben das Tor. Das ist grundsätzlich kein Drama, aus dieser Distanz muss man kein Tor erzielen, in der konkreten Situation hatte sich jedoch der Torhüter von Vitesse im Strafraum verirrt und sein Tor verlassen, das komplett leer stand. Da hätte man also schon hineintreffen können.

Weitere fünf Minuten später war dann wieder einmal Marco Grüll auf Links erstens allein und zweitens motiviert. Er kurvte durch die Vitesse-Abwehr und zog ins kurze Eck ab. Keeper Jeroen Houwen machte zum wiederholten Mal eher unglückliche Figur – 2:0. Rapid war nicht ganz so gut wie Arnheim schwach war. Vor der Pause.

Wende nach roter Karte


Die von Ex-Austria-Trainer Thomas Letsch betreuten Gäste, bei denen ÖFB-Stürmer Adrian Grbic in der Startelf stand begannen die zweite Hälfte besser, Grbic traf sogar, allerdings im Abseits stehend. Auf der anderen Seite versuchte sich wieder Druijf, diesmal kam er dem Treffer näher, denn sein Schuss streifte die Latte. Mit Torhüter im Tor, allerdings aus sechs Metern.

Die Partie kippte dann mit einer unglücklichen gelb-roten Karte von Filip Stojkovic, er hatte seinen Gegenspieler beim Zurücklaufen berührt, diesen zerwuzelte es spektakulär. Unmittelbar davor hatte Demir, der nur ein Schatten seines Rufs war, für Taxi Fountas das Spielfeld verlassen, Rapid war aber nach der Roten im puren Verteidigungsmodus - und dabei nicht wirklich solide. Die ersten Chancen vergab Vitesse noch, Ikoma Lois Openda traf dann in der 74. Minute mit einem flachen Weitschuss.

Die Rapid-Viertelstunde gehörte zur Gänze den Gästen. Rapid kam kaum in die gegnerische Hälfte, Vitesse dagegen hatte Chance um Chance, ein bisschen Pech und Rapid einen guten Keeper Gartler. Die Wiener brachten den knappen Vorsprung über die Zeit, kurz vor Schluss sah noch Openda, der beste Mann bei den Niederländern, eine gelbe Karte. Er ist im Rückspiel gesperrt. (sir)