Schon vor der Punkteteilung zur Halbzeit scheint für Red Bull Salzburg in der Bundesliga alles angerichtet. Dank später Treffer gegen den ersten Verfolger WAC hat der Titelverteidiger seinen Vorsprung an der Spitze auf vorerst 17 Zähler ausgebaut. Lassen die Salzburger nicht locker, gehen sie zumindest mit einem Acht-Punkte-Polster in die entscheidenden zehn Partien der Meistergruppe. Angesichts der Dominanz des Tabellenführers droht ein Rennen ohne Konkurrenz.

"Der Fußball schreibt oft komische Geschichten, aber die können auch im Bereich der Träumereien sein", kommentierte WAC-Trainer Robin Dutt philosophisch, auf die Aussichten einer erfolgreichen Aufholjagd angesprochen. Sein Team präsentierte sich beim 0:2 in Wals-Siezenheim erneut als ungern gesehener Gast, ging aber leer aus. Die Lavanttaler hielten die Partie lange offen, hatten sogar die eine oder andere gefährliche Aktion, ehe Luka Sucic und Brenden Aaronson in der Nachspielzeit für den Favoriten trafen.

Wieder einmal entschieden die Salzburger eine Partie im Finish. Trainer Matthias Jaissle sammelte mit seinem Team damit die Zähler 49 bis 51 - der Deutsche ist der erste Coach, der die Marke von 50 Punkten in seinen ersten 20 Bundesliga-Partien geknackt hat. Seine Erklärung für die sich häufenden späten Entscheidungen zugunsten des Meisters: "Wenn man ein Spiel immer mehr und mehr dominiert, dann bricht man irgendwann den Gegner." Dass Salzburg mit Sucic oder Nicolas Seiwald von der Bank Teamspieler nachlegen kann, wird ein weiteres Erfolgsrezept sein.

Vier Punkte waren es im Vorjahr, die Salzburg nach der Punkteteilung vor Rapid lag. Meister wurde man mit 15 Zählern Vorsprung. Das Jahr davor lag der LASK voran, ehe die Linzer wegen verbotener Mannschaftstrainings einen Abzug von schlussendlich vier Zählern ausfassten. Salzburg krönte sich mit zwölf Punkten Abstand auf Rapid zum Champion 2020. Angesichts der nun vorliegenden Ausgangslage - 16 Siege in 20 Runden bei 46:13 Toren und nur einer Niederlage - dürfte sich Salzburg die Meistertrophäe nur abholen müssen.

Maues 2:2 gegen Sturm

Für Rapid wird der Kampf um die Teilnahme an der Meistergruppe indes zur absoluten Zitterpartie. Mit einem 2:2-Remis am Sonntag bei Sturm Graz fielen die Wiener zwei Runden vor Ende des Grunddurchganges aus den Top Sechs und sind Siebenter. Positiv ist immerhin, dass sie ihr Schicksal in den eigenen Händen haben. Zwei Siege bei WSG Tirol am Sonntag und gegen Austria Klagenfurt am 6. März bringen fix einen Platz im "oberen Play-off".

Es könnte zwar sein, dass die Rapidler auch bei einem Sieg hinter den Klagenfurtern bleiben, in diesem Fall würden sie allerdings fix zumindest die SV Ried überholen, da die zuvor noch auf Klagenfurt trifft. Die restlichen Konkurrenten Austria, LASK und Hartberg, das nur noch theoretische Chancen hat, haben keine direkten Duelle mehr ausständig.