Was sich zuletzt schon angekündigt hat, ist am Montag offiziell geworden: Fußball-Bundesligist TSV Hartberg trennte sich von Trainer Kurt Russ. Die Steirer hatten am Sonntag mit einem 0:1 gegen WSG Tirol die vierte Pflichtspiel-Niederlage in Folge kassiert und beendeten den Grunddurchgang nur als Zehnter. Nach der Punkteteilung beträgt der Vorsprung auf Schlusslicht SCR Altach nur fünf Zähler. Den Klassenerhalt soll Klaus Schmidt sichern, der in der Liga ein Comeback gibt.

Nach einer eingehenden Analyse der bisherigen 22 Runden habe man Russ mit sofortiger Wirkung freigestellt, verlautete der in der Liga sechs Partien sieglose TSV. "Leider ging die Entwicklung in den vergangenen Wochen und Monaten nicht in die gewünschte Richtung. Ein Aufwärtstrend war nicht zu erkennen", erläuterte TSV-Geschäftsführer Erich Korherr. Der 57-Jährige hatte erst im Sommer die Nachfolge des abgewanderten Markus Schopp angetreten, in der Liga allerdings nicht an die Erfolge seines Vorgängers anschließen können. Im Cup dafür war zuletzt erst im Halbfinale gegen die SV Ried Endstation.

Schmidt, der schon oft seine Qualitäten als Interimstrainer unter Beweis gestellt hat, wird nicht nur als Kurzzeit-Lösung gesehen. Der 54-jährige Steirer unterzeichnete einen bis Sommer 2023 gültigen Vertrag und ist daher auch zumindest kommende Saison noch als Cheftrainer eingeplant. Schmidt war seit seinem Out nach einem rund zweimonatigen Comeback bei der Admira im Finish der vergangenen Saison nicht als Coach tätig, hatte dafür im Studio des Bezahlsenders Sky für interessante Analysen gesorgt.

Kurze Eingewöhnungszeit

Nun kehrt er auf die Coachingbank zurück und wird bereits am Dienstag sein erstes Training leiten. Viel Zeit zur Eingewöhnung bleibt nicht, steht doch schon am Samstag das richtungsweisende Gastspiel in Altach auf dem Programm, wo man mit einem Sieg einen großen Schritt in Richtung Ligaverbleib machen könnte. "Klaus Schmidt passt zum TSV Hartberg wie die Faust aufs Auge. Ein erfahrener Mann, der auf sein Engagement brennt. Wir sind davon überzeugt, dass wir damit den nötigen Impuls setzen können um das Ziel Klassenerhalt schnellstmöglich zu erreichen", sagte Korherr.

Schmidt selbst bezeichnete Hartberg als Verein, der sich in der Bundesliga super etabliert habe. "Ich freue mich ein Teil davon zu sein und möchte den Club, gemeinsam mit den Verantwortlichen, weiterentwickeln und einen Schritt nach vorne machen", so Schmidt. In der Bundesliga war er zuvor auch schon bei Austria Kärnten (2007/08), SCR Altach (2017/18), SV Mattersburg (2018/19) und Admira (2019/20 sowie 2021) an vorderster Trainerfront tätig. (apa)