So schnell kann es gehen: Im Mai war der LASK als enttäuschender Meisterschaftsvierter weit weg von einem neuen Europacupmärchen und musste sich durch die Mühlen der Qualifikation erst für die neu geschaffene Conference League qualifizieren. Doch nach dem souveränen Gruppensieg im Herbst, dem Ausscheiden von Serienmeister Red Bull Salzburg im Champions-League-Achtelfinale und Rapid im Conference- League-Play-off sind die Linzer Athletiker plötzlich der letzte rot-weiß-rote Europacupvertreter. Wie vor zwei Jahren, als man in den Wirren der beginnenden Pandemie im Achtelfinale der Europa League Manchester United klar unterlag. Am Donnerstag (18.45 Uhr/Servus-TV) ist der Gegner in der Runde der besten 16 des neuen Uefa-Bewerbs zwar nicht ganz so schillernd, mit Slavia Prag wartet allerdings niemand Geringerer als der tschechische Meister und aktuelle Tabellenführer.

Und damit ist die Aufgabe schon höchst knifflig für die Elf von Andreas Wieland. Zumal seine Truppe zuletzt erstmals die Meistergruppe verpasste und damit das europäische Geschäft in der nächsten Saison nur noch als Sieger der Qualifikationsgruppe schaffen könnte. Aber ebendort lauern lauter robuste Gegner im beinharten Abstiegskampf.

Zuvor warten aber die Prager Rot-Weißen, die im Vorjahr als Viertelfinalist der Europa League auch international überzeugt haben. "Es wird eine schwierige Partie, aber wir werden alles daransetzen, eine gute Ausgangslage für das Rückspiel zu schaffen", sagte Wieland. Slavia agiere sehr kampfbetont und robust, mit direktem Zug zum gegnerischen Tor - durchaus eine Parallele zum Spiel der Oberösterreicher. Entscheidend wird wohl, ob der LASK die in der Meisterschaft verlustig gegangene Effizienz wiederfindet. "Wir müssen aus unseren Torchancen, die wir zahlreich vorfinden, auch etwas Zählbares herausholen", forderte Wieland.

Beide Mannschaften plagen Personalprobleme: Bei den Linzern fielen Sascha Horvath und Andreas Gruber kurzfristig nach Erkrankungen aus, Marko Raguz fehlt wegen einer Blessur. Slavia muss indes die Defensive umbauen, da Taras Kacharaba und Oscar Dorley gesperrt sind.(may)