Bernd Neuendorf ist der neue Präsident des deutschen Fußball-Bundes. Der 60-Jährige setzte sich bei der Wahl auf dem DFB-Bundestag am Freitag in Bonn mit 193:50 Stimmen gegen seinen Konkurrenten Peter Peters durch. Der SPD-Politiker Neuendorf war als Kandidat der Amateurvertreter angereist, Peters wurde durch den Profifußball unterstützt. Die Wahl war nötig geworden, nachdem Fritz Keller im Mai 2021 von seinem Amt zurückgetreten war.

"Ich möchte alles dafür tun, dass dieser Verband wieder zur Ruhe kommt", sagte Neuendorf in seiner Bewerbungsrede. Seine Kernbotschaft sei: "Der Fußball muss wieder im Mittelpunkt stehen, nicht die Querelen an der Spitze des Verbandes." Seit 2012 waren vier Präsidenten vorzeitig zurückgetreten.

Zuletzt musste Keller diesen Schritt gehen, nachdem er Vizepräsident Rainer Koch während einer Sitzung mit dem Namen eines NS-Richters bezeichnet hatte. Seither wurde der Verband interimsweise von Koch und Peters geführt. Der umstrittene Koch wurde am Freitag aus dem DFB-Präsidium gewählt, er unterlag bei der Wahl seiner Gegenkandidatin Silke Sinning. Mit rund sieben Millionen Mitgliedern ist der DFB der größte nationale Sport-Fachverband der Welt. (apa/dpa)