Rapid-Trainer Ferdinand Feldhofer spricht von einem "Kribbeln" im ganzen Verein - und das kommt nicht von ungefähr: "Es war für mich eine einfache Woche. Die Mannschaft ist hochmotiviert, fokussiert und zielstrebig unterwegs", sagt er, nachdem seine Mannschaft mit einem 3:1 gegen Austria Klagenfurt in die Meistergruppe der Fußball-Bundeliga gestartet ist, damit den dritten Ligasieg hintereinander eingefahren und ein Derby, wie es das schon lange nicht gegeben hat, noch dazu vor Heimpublikum (Sonntag, 17 Uhr) vor Augen hat. "Man hat lange auf ein Derby gewartet, wo sich beide auf einem so guten Niveau treffen", erklärt der Rapid-Trainer.

Nicht nur das jüngst Dargebotene der beiden Mannschaften - die Austria hat mit dem 2:1 gegen den WAC zuletzt sogar fünfmal en suite gewonnen und damit die längste Siegesstrecke seit Herbst 2015 hinter sich -, auch die Ebene, auf der sich die beiden Erzrivalen duellieren, geben ihm Recht. Denn in den vergangenen Saisonen hatte jeweils nur einer der beiden Wiener Großklubs die Meistergruppe erreicht; Rapid war einmal, die Austria zweimal nur in der Qualifikationsgruppe gelandet. Nun lachen die Wiener - wenn auch mit dem Respektabstand von elf Punkten auf den Führenden Red Bull Salzburg - als Zweiter von der Tabelle; die Grün-Weißen sind zwar nur Fünfter, aber wie auch Sturm und der WAC nur einen Punkt dahinter.

"Die Entwicklung passt, der Weg passt, die Eigenmotivation in der Gruppe passt, einem Erfolgserlebnis steht eigentlich nichts im Weg", sagt Feldhofer, der aber auch betont: "Trotzdem brauchen wir nicht abzuheben und irgendwelche Ansprüche stellen. Wir müssen hart weiterkämpfen."

Bilanz spricht für Austria

Seine Zuversicht schöpft Feldhofer aus den jüngsten Rapid-Auftritten. "Wie konstant wir wirklich sein können, werden die nächsten Wochen zeigen. Aber bisher haben wir die meisten Drucksituationen gut gemeistert." So wie der Coach setzt auch Innenverteidiger Kevin Wimmer auf die prall gefüllte Arena als Booster. "Das Gefühl kannten wir gar nicht mehr, aber schon gegen Austria Klagenfurt hat man gemerkt, dass es etwas ganz anderes ist, wenn das Stadion voll ist. Wir wollen zeigen, dass wir die Chefs sind und unbedingt gewinnen", erklärte der Oberösterreicher.

Genau das ist Rapid aber seit Eröffnung des Allianz-Stadions im Jahr 2016 ausgerechnet in Heimspielen gegen die Austria noch nie gelungen. In den bisher hier ausgetragenen acht Duellen hat es für die Gastgeber bei fünf Remis drei Niederlagen gesetzt.

Grund zum Optimismus hat daher auch Feldhofers Widerpart Manfred Schmid, auch wenn er Corona-bedingt möglicherweise fehlen wird. Ob er sich rechtzeitig freitesten kann, entscheidet sich erst kurzfristig.

Austria-Coach Manfred Schmid hofft auf eine Freitestung. - © apa / Herbert Neubauer
Austria-Coach Manfred Schmid hofft auf eine Freitestung. - © apa / Herbert Neubauer

Der Wiener erwartet ein Spiel auf Augenhöhe, sieht keinen echten Favoriten und wünscht sich einen positiven Ausgang für die Austria. "Ich hoffe, dass wir beide Serien fortsetzen", meinte Schmid mit Hinweis auf die jüngsten fünf Siege in Folge und acht Partien ohne Niederlage im Allianz-Stadion.

Feldhofer schickte unterdessen Genesungswünsche an Schmid. "Ich wünsche ihm, dass er beim Spiel dabei sein kann, weil es ein großes Spiel sein wird." Ein Spiel, in dem es wieder so richtig kribbeln wird in jedem Fall.(art/apa)