Während das Nationalteam heute Abend in Wales um das WM-Ticket kämpft, nimmt hinter den Kulissen ein wichtiges Zukunftsprojekt langsam Formen an: Der ÖFB hat nämlich den nächsten Schritt für sein geplantes Trainings- und Kompetenzzentrum in Wien-Aspern gesetzt. Das Bieterverfahren sei mittlerweile eröffnet, bestätigte ÖFB-Präsident Gerhard Milletich gegenüber der Apa. Anfang März sei die Ausschreibung an interessierte Totalunternehmer ergangen. "Wir hoffen, dass wir in den nächsten sechs bis acht Wochen die Angebote erhalten", so Milletich.

Im Grundsatzbeschluss zum Bau im Wiener Stadtentwicklungsgebiet, den das ÖFB-Präsidium im Oktober gefasst hat, sind die maximalen Gesamtkosten mit 60 Millionen Euro festgeschrieben. Diese teilt sich der Verband zu je einem Drittel mit dem Bund und der Stadt Wien. Aufgrund der aktuellen Preisentwicklungen auf dem Bausektor sei aber zu befürchten, dass man nachbessern müsse. "Wenn es sich nicht ausgeht, müssten wir noch einmal eine Schleife mit der Stadt Wien und dem Bund ziehen und die zuständigen Gremien noch einmal damit befassen, wie sie dazu stehen", erklärte der Verbandschef.

Grundsätzlich wäre ein Baustart Anfang 2023 möglich, meinte Milletich. "Das ist ein Plan, aber da müsste alles passen." Entstehen sollen unter anderem ein Kleinstadion für bis zu 1.000 Zuschauer, eine Fußball-Halle mit Kunstrasen, zwei Naturrasen-Plätze und ein Kunstrasen-Platz sowie das neue ÖFB-Hauptquartier. Derzeit ist die Geschäftsstelle des Verbandes im Ernst-Happel-Stadion angesiedelt.

Auch zum Thema Ukraine-Krieg äußerte sich Milletich im Rahmen des WM-Play-offs: Punkto Integration von Flüchtlingen kündigte der Verbandschef schnelle und unbürokratische Möglichkeiten zur Anmeldung für den Spielbetrieb an. "Die Jugendlichen bekommen eine Spielbewilligung und können bei uns im Nachwuchsbereich sofort spielen. Das ist eine wichtige Geschichte", so Milletich. Außerdem sollen 50 Prozent der Ticket-Einnahmen aus dem Heim-Länderspiel am Dienstag an die Ukraine-Hilfe gespendet werden.